Das Verletzungsrisiko im Jugend- und Juniorenwettkampfkarate
Mit der zunehmenden Professionalisierung des Wettkampfkarate im Seniorenbereich hat sich ein sportartspezifisches Verletzungsmuster entwickelt. Ziel dieser Studie war es, das Verletzungsmuster im Jugend- und Juniorenkarate zu beschreiben und den prophylaktischen Nutzen von Faustschützern in dieser Altersklasse zu beurteilen. Anlässlich der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft der World Karate Confederation 2004 wurden insgesamt 235 Kämpfe (Damen und Herren) beobachtet und verletzungsrelevante Parameter protokolliert. Es wurden 183 Kämpfe mit und 52 Kämpfe ohne Faustschützer ausgetragen. Es fand sich bei 22 % aller Kämpfe eine Verletzung. Es überwogen leichtgradige Kopfverletzungen: 32 Gesichtsprellungen (13-mal mit Nasenblutung), 7 Platzwunden im Gesichtsbereich und 3 leichte Schädelhirntraumata (Commotio cerebri). 14 Kämpfe wurden wegen einer Verletzung abgebrochen. Nur in der Kategorie Herren 18 - 20 Jahre fand sich eine erhöhte Verletzungsrate in den Kämpfen ohne Faustschützer (Shobu Ippon) im Vergleich zu Kämpfen mit Faustschützern (Shobu Sanbon). Das Verletzungsmuster im Jugend- und Juniorenkarate ist dem der Senioren vergleichbar. Schwere Verletzungen sind selten. Der Einsatz von Faustschützern führt im Allgemeinen nicht zu einer Verminderung der Verletzungshäufigkeit oder -schwere.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Kampfsportarten |
| Veröffentlicht in: | Sportverletzung Sportschaden |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2005
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| Online-Zugang: | https://doi.org/10.1055/s-2005-858818 |
| Jahrgang: | 19 |
| Heft: | 4 |
| Seiten: | 191-194 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |