Trenazernaja trenirovka dzjudoistov

(Das Training mit Trainingsgeräten von Judokas)

In den letzten Jahren geht es auch im Kampfsport darum, alle möglichen Trainingsreize auszuschöpfen, daher auch neue Wege zu beschreiten und neue Methoden und Mittel einzusetzen. Beobachtungen der russischen Athleten zeigen, dass es hier Nachholbedarf gibt, man nicht offen gegenüber neuen Technologien zu sein schein, mit den Talenten wird nicht individuell genug gearbeitet. Das Training muss stärker individualisiert, andererseits auch deutlich komplexer werden - psychologische, physiologische, technologische Faktoren oder die Computerwissenschaft müssen stärker einbezogen werden. Dafür ist offenbar eine stärkere Qualifizierung der Trainer notwendig. Im Judo und in den Kampfsportarten generell kommt der technisch-taktischen Ausbildung eine besondere Bedeutung zu. Es muss ein bestimmtes Repertoire an Handlungsfertigkeiten beherrscht und im Kampf erfolgreich umgesetzt werden. Nie wird ein Athlet alle Fassarten und Techniken beherrschen. Er spezialisiert sich auf ausgewählte und baut diese zu seiner Stärke aus. Ebenso erfolgreich sind die Athleten, die mit ihrer Taktik den Gegner aus dem Gleichgewicht bringen und dann zum erfolgreichen Wurf (ebenfalls spezialisiert auf ausgewählte Würfe) ansetzen. Alle Techniken beherrschen zu wollen oder zu trainieren, ist kontraproduktiv, da in keiner die erforderliche außerordentliche Perfektion und Effektivität erreicht werden kann. Im russischen Kampfsport/Judo kommt es in der nächsten Zeit darauf an, den zeitlichen Umfang für die Verbesserung der individuellen technischen Meisterschaft deutlich zu erhöhen. Die Anzahl ausgewählter technischer Muster in einem bestimmten Zeitabschnitt muss gegenüber früher erhöht werden. Damit im Zusammenhang erwachsen folgende Probleme: 1. Finden eines etwa 700 h pro Jahr zur Verfügung stehenden adäquaten Trainingspartners. In Russland müssen außerdem dringend geeignete Trainingshallen mit judospezifischen Trainingsgeräten geschaffen werden. 2. Die Trainer und alle am Trainingsprozess Beteiligten müssen Inhalt und Gestaltung des Trainings (einschließlich langfristiger Leistungsaufbau) neu durchdenken und Neues dazulernen. 3. Trainingsplanung und -analyse müssen computergestützt erfolgen. 4. Athleten und Trainer müssen aus den Archiven früherer Kämpfe die entscheidenden Techniken herausziehen und diese möglichst genau an den Trainingsgeräten imitieren. 5. Die Athleten müssen so intensiv und so viel trainieren, wie es die 11- bis 14-jährigen russischen Auswahlathletinnen in der Rhythmischen Gymnastik tun. 6. Die Trainer müssen einen Belastungsumfang absolvieren, der ähnlich dem ihrer Athleten ist. Die Arbeit an speziellen Trainingsgeräten ist von außerordentlicher Bedeutung, es bedarf spezieller Trainingsgeräte für Judo bzw. Kampfsport und die Trainer müssen über die entsprechende Methodik zu ihrem Einsatz verfügen. Der Einsatz spezieller Trainingsgeräte trägt bei zur - Ausbildung der Beweglichkeit, - Verbesserung der Wurf-Explosivität, - Verbesserung der Angriffsschnelligkeit, - Ausprägung der wettkampfspezifischen Ausdauer, - Erhöhung des Trainingsumfangs, insbesondere des spezifischen Trainings (nach einer Anpassung bis auf 8 h/Tag), - Vermeidung chronischer Ermüdung und von Apathie, - zielgerichteten Vervollkommnung der funktionellen Symmetrie und damit Erhöhung der sensomotorischen Reaktions- und der Entscheidungsschnelligkeit. Es gibt kein begründbares Hindernis, diese Methodik des Einsatzes der Trainingsgeräte im Hochleistungsbereich umzusetzen. Es kostet weder übermäßig Geld noch ist es in irgendeiner Form schwierig, einige Trainingshallen mit derartigen speziellen, individuellen Trainingsgeräten auszustatten. Der Aufwand stünde zumindest in keinem Verhältnis zur Bedeutung der dadurch erreichbaren sportlichen erfolge der russischen Kampfsportler. Auch ein Jahr vor Olympia wäre dafür noch zeit (geschrieben 2006, d. Ü.), da durch den Einsatz individueller Trainingsgeräte eine ausgewählte Kampfhandlung um das 3- bis 5-fache innerhalb von 5-6 Monaten verbessert werden kann.
© Copyright 2006 Teorija i Praktika fiziceskoj Kul'tury. NIZ TiPFK. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kampfsportarten
Veröffentlicht in:Teorija i Praktika fiziceskoj Kul'tury
Sprache:Russisch
Veröffentlicht: 2006
Heft:7
Seiten:33-35
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch