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Maulkorb für Trainer. IJF verbietet das Coaching

Der Internationale Judoverband IJF hat Ende 2008 das Coaching an der Matte durch die Trainer abgeschafft. Offiziell begründet wird das mit dem Bild, das die Sportart bei bedeutenden internationalen Wettkämpfen abgibt, welches wiederum entscheidend dazu beiträgt, die Zugehörigkeit des Judo zum olympischen Programm zu erhalten. Auslöser seien einige Vorkommnisse bei den Olympischen Spielen in Peking gewesen, bei denen Trainer unqualifiziert Kampfrichter diskreditiert hätten. Außerdem hätte der Begründer des Judo, Kano, ein System in der Sportart haben wollen, in dem die Kämpfer sich allein gegenüber stehen. Die Trainer wollen diese, aus ihrer Sicht diskriminierende, Entscheidung nicht hinnehmen, haben einen Brief an den internationalen Verband geschrieben. In diesem weisen sie auf die großen Konsequenzen hin, die diese Entscheidung für das Judo haben wird, da auch das Coaching zu dieser beigetragen habe. Sollte die Entscheidung Bestand haben, gewinnt die strategische Vorbereitung auf einen Kampf, die Kommunikation zwischen Trainer und Judoka über technisch-taktische Elemente spürbar an Bedeutung. Auch wird dann die vorausschauende Arbeit an Gegneranalysen, zum Beispiel auf der Basis von Videoanalysen, noch wichtiger.
© Copyright 2009 Judo Magazin. Meyer & Meyer Verlag. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:combat sports
Published in:Judo Magazin
Language:German
Published: 2009
Issue:2
Pages:14-18
Document types:article
Level:advanced intermediate