30 ar med Vätter-Cupen
(30 Jahre Vätter-Cup)
Die Ergebnisse von einem Ringerturnier im Laufe der letzten 30 Jahre (Vätter-Cup in Huskvarna) wurden auf der Grundlage der vorliegenden Kampfrichterbögen analysiert. Damit soll ein Beitrag dazu geliefert werden zu belegen, in welcher Weise vollzogene Regeländerungen im Ringkampfsport auch zu einem veränderten Kampfverhalten beigetragen haben. In die Analyse wurden die Kampfzeit, die Art des Sieges (Punkt- Schultersieg etc.) einbezogen sowie beim Turnier 1996 die Belastungs- und Ruhephasen während des Kampfes in stehender wie in liegender Position.
Ergebnisse: Kampfzeit: Die Entwicklung der Kampfzeit wird in Abb. dargestellt. 1967 betrug die Kampfzeit 5 + 5 Min. mit einer Erholungspause zwischen den beiden Runden. Zwischen 1967 und 1973 war die Kampfzeit relativ lang. Es gab eine Tendenz der Verkürzung der Kampfzeit sowohl bei den Kämpfen insgesamt als auch bei den Kämpfen, die mit einem Schultersieg endeten. 1973 wurde die Kampfzeit auf 3 + 3 + 3 Minuten mit einer jeweils einminütigen Pause verändert. Die Erholungsphasen wie auch die mittlere Kampfzeit werden weiterhin tendenziell kürzer. 1981 wird eine Kampfzeit von 3 + 3 Minuten mit einer einminütigen Pause eingeführt. 1989 wird die jetzige Kampfzeit von 5 Min. ohne Pause eingeführt. In diesem Zeitraum von 1981 bis 1986 blieb die Kampfzeit relativ konstant, durchschnittlich dauert ein Kampf ca. 250 Sek. und Kämpfe, die mit einem Schultersieg enden ca. 150 Sek.
Punktintensität: Diese wird in Punkten pro Minute gemessen unabhängig davon, welcher der beiden Ringer den Punkt macht. Es wird deutlich, daß es diesbezüglich im Verlauf der Jahre relativ stabile Werte gibt (seit 1981 1- 2 Punkte pro Minute). 1979 gab es mit gut 2 Punkten/Minute den höchsten Wert. Dieser zufällige Anstieg kann darin begründet sein, daß die 4-Punkte-Wertung eingeführt wurde. (siehe Abb. 2) International wird von Tünnemann belegt, daß zwischen 1,1 (WM 1990) und 1,5 Punkten/Minute (OS 1992) erreicht werden.
Art des Sieges: Unterschieden wird zwischen Schultersieg Punktsieg, technische Überlegenheit, Verwarnungssieg und Walk over. Zwischen 1967 und 1979 stieg die prozentuale Anzahl Schultersiege, danach nahm diese Zahl deutlich ab von 80% im Jahre 1979 auf 15-20% in den neunziger Jahren. Die Zahl der Siege mit technischer Überlegenheit hat zugenommen, in erster Linie ist aber die Zahl der Punktsiege angewachsen. 1995 und 1996 lag die Zahl der Punktsiege bei ca. 50 %, Siege mit technischerÜberlegenheit waren es zu ca. 30% und Schultersiege ca. 20% (siehe Abb. 4).
Mittlere Kampfzeit: In Abb. 5 wird die mittlere Kampfzeit i den einzelnen Gewichtsklassen dargestellt. Die kürzeste Kampfdauer wird für die Gewichtsklassen 48 kg und 130 kg verzeichnet. Das kann mit der recht geringen Teilnehmerzahl in diesen Gewichtsklassen zusammenhängen. Dadurch gibt es keine so harte Konkurrenzt, was wieder Einfluß auf die Länge der Kämpfe hat.
Punktintensität in den einzelnen Gewichtsklassen: Es zeig sich, daß mit zunehmendem Gewicht die Punktintensität abnimmt (siehe Abb. 6).
Ergebnisse des Vätter-Cup 1996 SS PS TPS WO
Mittl. Kampfzeit 148 313 154 56
mittl. Pkt.-diff. 6 4 11 0
Mittelw. Pkt./Min. 4 1 6 1
Anzahl Kämpfe 37 87 55 3
% der Kämpfe 20 48 30 2
Punktwerte: Tab. 2 zeigt die Anzahl und die Summe der Punkte der einzelnen Punktwerte.
1-Wertung 2-Wertung 3-Wertung 5-Wertung gesamt
Anzahl 397 226 183 7 813
Summe 397 452 549 35 1433
Anzahl % 49 28 23 1
Summe % 28 32 38 2
Ringen im Stand oder in Bodenlage: Tabelle 3 zeigt die Belastungs- und Erholungsphasen im Stand bzw. in Bodenlage. Der Mittelwert der Belastungszeiten liegt im Stand bei 36 Sek. und in Bodenlage bei 23 Sek. Die maximal gemessene Dauer einer Belastungsphase lag bei 170 Sek., die kürzeste bei 2 Sek. Der Mittelwert für die Erholungsphasen liegt bei 10 Sekunden. 69% des Ringens erfolgte im Stand, 31 % in Bodenlage. Die prozentuale Anzahl Punkte im Stand liegt bei 39 % und in der Bodenlage bei 61 %. Wenn man die Punktzahl pro Minute als ein Ausdruck der Qualität des Ringens akzeptieren sehen wir, daß das Ringen in Bodenlage mit 3,6 Pkt./Min. eine höhere Qualität hat als das Ringen im Stand (0,6 Pkt./Min.).
Belastungs- und Erholungsphasen: Sekunden Erholung Stand Bodenlage
0-9 67 10 4
10-19 52 17 17
20-29 8 12 36
30-39 2 19 8
40-49 0 14 6
50-59 1 16 0
60-69 7
70-79 4
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Kampfsportarten |
| Sprache: | Schwedisch |
| Veröffentlicht: |
1996
|
| Ausgabe: | o.O.: o.V., 1996. - 4 S.: 4 Tab., 9 Abb. |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch mittel |