Motorische Kompetenz und motorische Ressourcen im Seniorenalter. Eine Analyse von sportlich aktiven über 60-Jährigen
Die demographische Entwicklung in Deutschland zeigt deutlich an, dass dem gesunden Altwerden eine zunehmende Bedeutung zukommt. Die Erhaltung von Lebensqualität und Selbständigkeit gehören zu wichtigen Faktoren, die das "Gelingen" des "gesunden " Alterns beeinflussen. Mit der Untersuchung wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um aus der Sicht der Sportwissenschaft und auch der Psychogerontologie den aktuellen Forschungsstand zu kennzeichnen. Parallel dazu liefern die vorgelegten Untersuchungsergebnisse neue Erkenntnisse zu multiplen Einflussfaktoren und deren Relation zu motorischen Entwicklungsständen und Entwicklungen im Seniorenalter. Von übergreifender Bedeutung sind ebenfalls die Methoden, die im Rahmen der Forschungen zur Erfassung der alters- und alltagsrelevanten Ressourcen, Kompetenzbereiche und Einflussfaktoren entwickelt wurden, Mit ihnen werden Ausprägungsmerkmale und beeinflussende Faktoren sowie die konkrete Struktur motorischer Kompetenzen untersucht, d.h. einerseits ihre Verfügbarkeit und andererseits ihre tatsächliche Nutzung durch bewegungsaktive Senioren. Die angestellten Vergleiche von bewegungsaktiven Probanden mit repräsentativen über 60-Jährigen wurden auf die Auswirkung lebenszeitlich betriebenen Sports auf die alltägliche und freizeitsportliche Bewegungstätigkeit untersucht. Dabei wurde u.a. auch untersucht, ob der Zeitpunkt des Beginns sportlicher Aktivitäten signifikanten Einfluss auf die Ausprägung der erfassten Ressourcen hat. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt wurde mit der Untersuchung des kalendarischen Alters als Einflussfaktor für die Ausprägung motorischer Ressourcen und Kompetenzbereiche, wobei sein Einfluss relativ niedrig war. Entscheidend dabei war die Erkenntnis, dass ein primär ressourcenorientiertes Training nur in begrenztem Maße einer Verringerung der Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter entgegenwirken kann, wenn es nicht durch ein kompetenzzentriertes Training ergänzt wird. Hier scheint ein Umdenken bei der Gestaltung von seniorengerechten Trainingsprogrammen erforderlich. Interessant auch die sich ergebenden Denkansätze zum Zusammenhang der Ressourcen aus den Bereichen Motorik, Gesundheit und Bewegungsaktivität. Ebenfalls von großem Interesse ist die Erkenntnis, dass die Individualität der Ressourcenstruktur im Alter von ausschlaggebender Bedeutung, auch wenn eine Reihe von Typologien festgestellt werden konnten. Hier zeigen sich Gruppen, die Ressourcen gut in Kompetenzen umsetzen können, aber auch solche, denen das nicht gelingt und letztlich auch eine Gruppe, die trotz nur durchschnittlicher Ressourcen recht gute Kompetenzwerte erreichen, was auf Kompensationsmechanismen schließen lässt, die diese Probanden einsetzen können. Auch hier deuten sich deutliche Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Trainingsprogrammen für senioren an, die stärker personenspezifisch sein und altersrelevante bzw. alltagstypische Anforderungen enthalten sollten.
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| Notationen: | Freizeitsport Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Kovac
2005
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| Ausgabe: | Hamburg: Dr. Kovac, 2005.- 286 S. |
| Schriftenreihe: | Schriften zur Sportwissenschaft, 57 |
| Seiten: | 286 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |