Die Sportmedizin der DDR. Eine eigenständige Fachrichtung der klinischen Medizin. Ein Zeitzeugenbericht führender Sportmedizinerinnen und Sportmediziner der DDR aus den jahren 1945 bis 1990

Die Entwicklung und das Wirken der sportmedizinischen Einrichtungen und der Sportmediziner in der DDR ist seit mehr als einem Jahrzehnt Gegenstand der kritischen Reflexion von Medien und Medizinern vor allem aus den alten Bundesländern gewesen. Ausführliche, kompetente Stellungnahmen von Experten, die das System der Sportmedizin der DDR selbst mit entwickelt und inhaltlich sowie organisatorisch gestaltet haben, sind bisher recht rar. Mit S.E. Strauzenberg und H. Gürtler haben sich zwei exponierte Repräsentanten der Sportmedizin der DDR nunmehr der Aufgabe zugewandt, ihre Sicht auf - die Entwicklung der Wissenschaftsdisziplin, - die Integration sowohl in die Medizin als eine eigenständige Fachrichtung der klinischen Medizin wie auch in die Sportwissenschaft, - den schrittweisen Aufbau der sportmedizinischen Strukturen mit den akademischen Bildungsgängen, den Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an medizinischen Fakultäten oder an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig und die Einbeziehung in trainingswissenschaftliche Forschungsvorhaben, u. a. am Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport (FKS) in Leipzig, - die Entwicklung der organisatorischen Strukturen des Sportmedizinischen Dienstes der DDR, u. a. des Zentralinstituts des Dienstes in Kreischa und - die Rolle der Sportmedizin im Komplex des Dopingmissbrauchs im DDR-Leistungssportsystem dem interessierten Leser vorzustellen. Sie haben dafür eine Präsentationsform gewählt, die sich einerseits an der Chronologie der Entwicklungsschritte ab den ersten Aktivitäten unmittelbar nach 1945 und der Gründung des Gesellschaft für Sportmedizin 1953 über die Bildung des Sportmedizinischen Dienstes 1963 bis hin zur Schließung aller sportmedizinischen Strukturen der DDR im Prozess der politischen Wende bzw. im unmittelbaren Anschluss daran orientiert. Andererseits wird auch dezidiert auf ausgewählte inhaltliche Schwerpunkte und Probleme wie die sportmedizinische Facharztausbildung, die zunehmende Ideologisierung des wissenschaftlichen Wirkens oder die Unterordnung, ja manchmal Unterwerfung der Sportmedizin unter trainingswissenschaftliche Zielsetzungen eingegangen. Damit sollen alle Bereiche des Wirkens der Sportmediziner dargestellt werden - das Studium bis zum Facharztabschluss, die sportmedizinische Betreuung im DDR-Leistungssportsystem, die wissenschaftlichen und Forschungsaktivitäten sowie die Lehr- und Weiterbildung.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Sportgeschichte und Sportpolitik
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Dresden Saxonia Verlag für Recht 2005
Seiten:278
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel