Typisch Sport? Der Begriff Sport im Lichte der Prototypenmodelle
Die Sportwissenschaft und ihre Vertreter müssen sich über ihren Gegenstandsbereich verständigen und entscheiden, welche Bezeichnung sie für angemessen erachten. Dabei muss auch Stellung zur Instrumentalisierung des Sports bezogen werden. Grundlegende Voraussetzungen, um diese Aufgabe erfolgreich erfüllen zu können, besteht in einer Klärung des Begriffs Sport und in seiner Abgrenzung gegenüber den Kategorien Arbeit, Kunst, Spiel und Gesundheitspflege. Dabei wurde deutlich, dass sich die Intensionen aller Kategorien aus mehr oder weniger relevanten Merkmalen zusammensetzen, die Extensionen aus mehr oder weniger typischen Aktivitäten. Zwischen den Kategorien gab es keine scharfen Grenzen, sondern extensionale und intensionaleÜbergänge. Außerdem wurde deutlich, dass der Begriff Sport auch nicht homogen ist, dass er über mehrere Bedeutungsschwerpunkte verfügt, deren extensionalen und intensionalen Zentren einen begrifflichen Zusammenhalt herstellen. Ausgehend von diesen Erkenntnissen wurde das Prototypenmodell, das der kognitiven Psychologie entlehnt und auf den Sportbegriff angewendet wurde, genutzt, um extensionale Zentren der Kategorie Sport auf der Basis ihrer intensionalen Beschreibung zu bestimmen. Die erzielten Ergebnisse lassen insgesamt auf die besondere Vagheit und Vielfalt des Sports schließen, denen eine Definition nicht gerecht werden kann. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, dass der Sport auf neue Entwicklungen reagieren kann, ohne dass begriffliche Veränderungen vorgenommen werden müssen. Dies wird von der Autorin als Möglichkeit und Chance verstanden, die der Sport bewusst nutzen und propagieren sollte. Die Sportwissenschaft wiederum kann sich aus sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten mit dem Sport befassen, kann sehr unterschiedliche sportwissenschaftliche Erkenntnisinteressen verfolgen, ohne jedoch zu jeder Zeit alle Facetten des Sports zu beleuchten oder abbilden zu können. Der Leistungssport wie auch der Gesundheitssport gehören zum zentralen Gegenstandsbereich der Sportwissenschaft, die sich darüber hinaus aber auch mit anderen sportlichen Aktivitäten beschäftigen kann, ohne ihren Gegenstandsbereich zu verlassen.
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| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Sport und Buch Strauß
2005
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| Ausgabe: | Köln: Sport & Buch Strauß, 2005.- 282 S. |
| Schriftenreihe: | Wissenschaftliche Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 2005, 4 |
| Seiten: | 282 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |