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Hat Führung ein Geschlecht? Genderarrangements in Entscheidungsgremien des deutschen Sports

Heute sind mehr als 10 Millionen Mädchen und Frauen Mitglied in einem Sportverein, fünf Sportverbände Deutschlands haben mehr weibliche als männliche Mitglieder, aber nur wenige Frauen sind in den Leitungen von Vereinen und Verbänden vertreten - und das, obwohl es keine "sichtbaren" Barrieren dafür gibt. Im vorliegenden Band wird aus unterschiedlichen Perspektiven und auf variierender Datenbasis der Stand der Übernahme von Leitungsverantwortung durch Frauen in internationalen Sportorganisationen vorgestellt, aber auch sehr detailliert die nationale Situation analysiert und gekennzeichnet. Dies erfolgt im Rahmen von vier Teilstudien, die im Buch vorgestellt werden: 1. wurden 23 Frauen hinsichtlich ihrer sportlichen Entwicklungswege in Leitungen von Vereinen oder Verbänden interviewt, wobei versucht wurde, ein komplexes Bild der Lebenssituation dieser Frauen zu zeichnen (sozio-demographische Daten, soziale Herkunft, Sportbiographie, Familie und Haushalt, Berufsbiographie, Ehrenamtsbiographie) 2. wurden ca. 600 Biographien von männlichen und weiblichen ehrenamtlichen Leitungsmitgliedern in deutschen Sportverbänden auf der Grundlage einer Fragebogenaktion analysiert. Der Fragebogen erfasst sowohl den Entwicklungsweg der Befragten als auch deren aktuelle Situation im jeweiligen Leitungsgremium des Sports. Dabei ging es u.a. auch um die Ermittlung von Zeitbudgets oder Motiven für das Ehrenamt. 3. wurde auf der Grundlage offizieller, gedruckter Informationen von Sportverbänden eine quantitative Analyse der Zusammensetzung von Leitungsgremien angestellt, um deren Zusammensetzung festzustellen. 4. wurde in einer Befragung von Übungsleiterinnen aus Turnvereinen ermittelt, welche Motive und Entwicklungsperspektiven Frauen haben, um sich dort zu engagieren und welche Haltung sie zu einer Mitarbeit in Leitungsgremien ihrer Vereine einnehmen. Insgesamt entsteht dadurch ein sehr vielgestaltiges, interessantes Bild des Engagements von Frauen in Führungsgremien und auch ihrer Motive und spezifischen Beiträge zur weiteren Entwicklung der Organisationen. Die Ergebnisse verdeutlichen aber auch eine Reihe von Problemen und Haltungen, die es Frauen weiterhin erschweren, derartige Führungspositionen einzunehmen und in ihnen akzeptiert zu werden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sportgeschichte und Sportpolitik
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Köln Sport und Buch Strauß 2004
Schriftenreihe:Wissenschaftliche Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 2004, 3
Seiten:260
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel