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Medienpädagogik im Sport - Grundlagen und Anwendung eines Kompetenzmodells

Sport und Medien sind seit vielen Jahren auf das Engste miteinander verflochten. Wie aber werden die Möglichkeiten, die modernste Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten bieten, um sowohl in der schulischen als auch in der akademischen Ausbildung Effekte zu erzielen, gezielt und auf einer guten Wissens- und Fertigkeitsbasis eingesetzt, um daraus Handlungskompetenz für medienpädagogische Unterrichtsprozesse zu entwickeln? Von dieser Grundfrage ausgehend greift der Autor in seiner erfolgreich abgeschlossenen Dissertation sowohl die theoretischen Fragen einer medienpädagogischen Kompetenz in einem auch die didaktisch-methodischen Aspekte erfassenden Verständnis auf. Dies mündet in der Entwicklung eines medienpädagogischen Kompetenzmodells, das auf Grundkenntnissen aus der Medienforschung und zu den Rahmenbedingungen medienpädagogischer Unterrichtsprozesse sowie einer analytischen, emotionalen, normativen, aktionalen und strukturellen Medienkompetenz aufbaut und die medienerzieherische und mediendidaktische Kompetenz als Kernelemente einschließt. Dieses Modell bildet im Anschluss die Grundlage, um Fragen der medienpädagogischen Kompetenz im Sport zu analysieren und zu diskutieren. In diesem Kapitel werden Themen wie die Sprache medialer Sportberichterstattung, die sportbezogene Handhabung technischer Geräte und Computersoftware, die Wahrnehmung medienbedingter Einstellungen und Verhaltensorientierungen im Sport sowie die Vernetzung des Sport-, Medien- und Wirtschaftssystems in seiner Wahrnehmung und Reflektion untersucht. Daran schließt sich die Betrachtung der verschiedenen Elemente des Kompetenzmodells auf dem Hintergrund der zu entwickelnden Kenntnisse und Fertigkeiten an. Hier zeigt sich die Komplexität des Problems in seiner Umsetzung auf praktische Unterrichtsfragen im Sport. Diese wird vom Autor in fünf Grundannahmen medienpädagogischer Kompetenz formuliert: 1. Die Komponenten der Medienkompetenz stellen eine Basisqualifikation für die Planung und Gestaltung medienerzieherischer und mediendidaktischer Unterrichtsprozesse im Sport dar. 2. Medienbezogenes Grundlagenwissen stellt eine Voraussetzung für Medienerziehung und Mediendidaktik im Sport dar. 3. Medienerziehung und Mediendidaktik sind zwei Teilkompetenzen mit wechselseitigem Zusammenhang. 4. Grundgrößen medienpädagogischer Kompetenz im Sport werden von den Merkmalen Geschlecht, Studienalter, Medieninteresse und -vorkenntnissen, Medien- und Sportmediennutzung beeinflusst. 5. Medienpädagogische Kompetenz und damit verbundene Elemente und Komponenten können in der Sportlehrerausbildung gezielt geschult und verbessert werden. Mit einer empirischen Untersuchung werden die Grundannahmen auf ihre Widerspiegelung in der Praxis untersucht und Empfehlungen ausgesprochen. Diese konzentrieren sich auf - die Verwendung von medien- und handlungsorientierten Aufgabenstellungen - die Beachtung der Geschlechtsspezifik in der Ausprägung der Medienkompetenz - den Einfluss des Studienalters auf das Niveau der Grundgrößen - dem Stellenwert der sportbezogenen Medienforschung bei Seminarkonzeptionen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Naturwissenschaften und Technik Schulsport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Kovac 2004
Ausgabe:Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2004.- 162 S.
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel