Vom Sportstudium zum Beruf. Eine Absolventenstudie zum Bielefelder Diplomstudiengang "Prävention/Rehabilitation"
Im Gesundheits-, Präventiv- und Rehabilitationssport finden nicht wenige der Absolventen sportwissenschaftlicher Studiengänge eine Anstellung. Oftmals werden die Absolventen aber damit konfrontiert, dass einerseits das Gehaltsniveau unterhalb des akademischen Niveaus liegt und andererseits Zusatzqualifikationen gefordert werden, die dann nach der akademischen Ausbildung erworben werden (müssen), um eine entsprechende Anstellung zu erhalten.
Aus dieser Situation resultiert das Anliegen der Studie der Universität Bielefeld, deren Ergebnisse hier vorgestellt werden. Einerseits soll eine theoretischer Rahmen für die Entwicklung stabiler Arbeitsfelder für Sportwissenschaftler im Gesundheitssystem entworfen werden. Darüber hinaus wurde in einer empirischen Untersuchung der Frage nachgegangen, ob die bisherigen Absolventen bereits entsprechende Voraussetzungen im Studium erwerben, um im Gesundheitswesen mit ihrer Qualifikation akzeptiert zu werden.
Dazu konnten 79 Absolventen schriftlich befragt werden, die zwischen 1991 und 2000 einen Abschluss als Diplom-SportwissenschaftlerIn erworben haben. Die Befragung konzentrierte sich auf vier inhaltliche Schwerpunkte:
- den beruflichen Ausbildungsgang innerhalb und außerhalb des Studiums
- die berufliche Laufbahn nach Studienabschluss
- die strukturelle und arbeitsorganisatorische Zuordnung der Stelle, aktive Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung von Arbeitsinhalten und -abläufen sowie Arbeitszufriedenheit im Beruf
- die inhaltliche Beschreibung des Tätigkeitsfeldes und ihrer Passung zu den vermittelten Studieninhalten.
Im Ergebnis der Befragung zeigt sich, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, nach einem sportwissenschaftlichen Studium eine Anstellung zu finden, allerdings spielen neben dem akademischen Abschluss Faktoren wie Zusatzqualifikationen, berufliche Erfahrungen sowie Persönlichkeit eine wesentliche Rolle bei der Stellenauswahl. Es wurde auch bestätigt, dass die Bezahlung im untersuchten Berufsfeld vergleichsweise unterdurchschnittlich ist und nur begrenzte Möglichkeiten eingeräumt werden, autonom zu arbeiten.
Schlussfolgernd wird festgestellt, dass zukünftige Weiterentwicklung des Curriculums auf Fähigkeiten wie die konzeptionelle Arbeit, die Führung von organisatorischen Einheiten und Gruppen, die psychosoziale Beratung reflektieren sollten. Dies sollte dem Ziel dienen, das akademische Anspruchsniveau der Ausbildung weiterzuentwickeln und entsprechende Qualifikationen während des Studiums zu erwerben. Das kann dann dazu führen, dass Absolventen auch für andere Berufsfelder wie eine hauptamtliche Tätigkeit in Sportverbänden und -vereinen interessant werden. Wichtig kann auch eine stärker an der Praxis orientierte und gemeinsam mit der Praxis realisierte akademische Ausbildung werden, um wechselseitig Potenzen kennenzulernen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Baltmannsweiler
2004
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| Ausgabe: | Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2004.- 195 S. |
| Seiten: | 195 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |