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Der Menstruationszyklus im Kontext von Training und Sport in Österreich

EINLEITUNG: Der Anteil weiblicher Athletinnen weltweit steigt seit Jahren, bei den Olympischen Spielen in Tokio betrug der Prozentsatz bereits 48% aller Teilnehmenden. Die Kommunikation über den Menstruationszyklus im Sport zeigt sich als schwierig, weil Frauen in der sportwissenschaftlichen Forschung und auch in der Trainerfunktion bisher unterrepräsentiert sind. Athletinnen bevorzugen weibliches Betreuungspersonal bei Gesprächen in Bezug auf den Menstruationszyklus. Hier entstehen die Forschungsfragen, ob ein höherer weiblicher Anteil in der eigenen Trainingsgruppe oder im Trainerteam die Kommunikation über den Menstruationszyklus verbessert. METHODIK: Bei dieser Masterarbeit handelt es sich um eine Querschnittstudie anhand eines Online-Fragebogens, im Zeitraum von Mai bis Juli 2023 durchgeführt. Die Stichprobe besteht aus 300 österreichischen Sportlerinnen, durchschnittlich 28.9 (SD = 9.8) Jahre alt. Der Fragebogen behandelte sechs Themenbereiche, darunter Fragen zur Person, zum eigenen Menstruationszyklus, hormoneller Verhütung, Allgemeinwissen über den Menstruationszyklus, Dokumentation des Zyklus und Kommunikation im Sport. ERGEBNISSE: Die Scham, über den Menstruationszyklus zu sprechen und die Ansicht, den Menstruationszyklus als Tabuthema im Sport zu sehen, ändern sich nicht durch unterschiedliche geschlechtliche Zusammensetzungen der Trainingsgruppe oder des Trainerteams. Statistisch signifikante Unterschiede sind nicht gegeben. Mit steigendem Wettkampfniveau sinkt der Anteil weiblicher Personen im Trainerteam. Hier zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied, F(2.70) = 6.510, p = <.001 und bestätigt bereits existierende Daten. DISKUSSION: Diese Masterarbeit analysiert den Menstruationszyklus österreichischer Athletinnen im Kontext von Training und Sport. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Studien wurden festgestellt. Limitationen der Studie sind unter anderem eine homogene Teilnehmergruppe und die begrenzte Validierung des eingesetzten Fragebogens. Abschließend wird auf die Notwendigkeit internationaler Erhebungsinstrumente hingewiesen, um die Vergleichbarkeit der Forschungen zu verbessern. Die fortlaufende Qualitätssteigerung der Forschung an der sportlichen Frau und die Berücksichtigung des Hormonsystems in sportwissenschaftlichen Studien wird gefordert.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Tagging:Wissen Kommunikation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Salzburg Paris-Lodron-Universität Salzburg 2024
Online-Zugang:https://eplus.uni-salzburg.at/obvusbhs/content/titleinfo/9765016/
Seiten:117
Dokumentenarten:Master-Arbeit
Level:hoch