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Beckenbodenmuskeltraining bei Sportlerinnen: Effekte eines additiven Bauchmuskeltrainings auf die Behebung von Beckenbodendysfunktionen

Die Prävalenz von Harninkontinenz bei Sportlerinnen aus verschiedenen Sportarten beträgt 36%. Das führt dazu, dass Sportlerinnen im Vergleich zu nicht sportlichen Frauen fast dreimal häufiger an Harninkontinenz leiden. Besonders junge Sportlerinnen sind häufig von Inkontinenz betroffen. Sportarten mit einer plötzlichen Erhöhung des intraabdominellen Druckes können die Bauch- und die Beckenbodenmuskulatur überlasten. Athletinnen mit einer hohen Belastung sind demnach prädisponiert für Harninkontinenz. Sportlerinnen aus High-Impact-Sportarten haben infolgedessen ein höheres Risiko für Beckenbodendysfunktionen als Sportlerinnen aus Low-Impact-Sportarten. Es wird angenommen, dass die hohe Anzahl an Sportlerinnen auf ein Ungleichgewicht der Kontraktionsstärke des Beckenbodens und dem erhöhtem intraabdominellen Druck während des Trainings zurückzuführen ist. Da Harninkontinenz mit einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur einhergeht, soll gezieltes Aktivieren das Risiko verringern, indem die Muskelkraft erhöht wird. Ziel dieser Studie ist es, die Effekte eines Beckenbodentraining mit einem additiven Bauchmuskeltraining zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden zwei Trainingsmethoden in Bezug auf die Beckenbodenfunktion miteinander verglichen. Die Beckenbodenaktivität wird mittels Fragebogen eruiert. Der Incontinence Impact Questionnaire (IIQ-7) und der Urinary Distress Inventory (UID-7), welche die Blasenfunktion evaluieren, werden verwendet. In einer 30-minütigen Einschulung werden die Fragebogen ausgefüllt und die Übungen genau instruiert. Die Teilnehmerinnen füllen zu Beginn und nach dem sechs-wöchigen Interventionszeitraum die Fragebogen aus. Die daraus resultierenden Daten werden statistisch ausgewertet. Sowohl die BT Gruppe (p=0,006) als auch die BBT Gruppe (p>0,001) zeigen signifikante Veränderungen. Der Veränderungen zwischen den beiden Gruppen ist nicht signifikant (p=0,48). Beide Interventionen zeigen eine hohe Effektstärke und können die Beckenbodendysfunktionen reduzieren. Eine gezielte An- und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur können Beschwerden reduzieren und sie eignen sich als Therapiemaßnahme.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Tagging:Inkontinenz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Salzburg Paris Lodron-Universität Salzburg 2023
Online-Zugang:https://eplus.uni-salzburg.at/obvusbhs/content/titleinfo/8920376/full.pdf
Seiten:63
Dokumentenarten:Master-Arbeit
Level:hoch