Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung eines Trainerausbildungssystems im Deutschen Skiverband (DSV) als Voraussetzung zur weiteren Qualifizierung und Statusbestimmung des Berufsbildes Trainer im Leistungssport
Zusammenfassung: Die vorliegende Arbeit hat das Trainerausbildungssystem im Deutschen Skiverband (DSV) und dessen Weiterentwicklung zum Thema. Es wurde geprüft, ob die aktuelle Trainerausbildung den Anforderungen im Skisport gerecht wird und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um erforderliche Veränderungsprozesse einzuleiten. Auf der Grundlage des vorliegenden Forschungsprojektes ist erstmals eine umfassende Evaluation der derzeitigen Trainersituation im DSV und seinen Landesskiverbänden durchgeführt worden. Der zukünftige Personalbedarf ließ sich durch eine Bedarfsanalyse ermitteln und Möglichkeiten der Akquise konnten abgebildet werden. Es wurden Leistungsanalysen bei Wettkampfhöhepunkten erstellt und die zentrale Lizenzausbildung betrachtet. Ergebnisse von Abschlussprüfungen der staatlichen Trainerausbildung gingen in die Gesamtbetrachtung mit ein. Geprüft wurde zudem, was das "Berufsbild eines Trainers im Skisport" auszeichnet und welche Handlungsfelder hierbei bestehen. Diese Ergebnisse zeigen, dass durch die Expansion im Leistungssport eine weitere Professionalisierung der Trainerausbildung erforderlich wird. Die Datenauswertung belegt, dass der überwiegende Teil der ausgebildeten C-, B- und A-Trainer ehrenamtlich tätig ist und ein Bedarf an hauptamtlichem Trainerpersonal besteht. Bei der Betrachtung des Ausbildungsverlaufs war festzustellen, dass eine klare Trennung zwischen Lizenz- und Berufsausbildung notwendig ist, um den Herausforderungen der fortschreitenden Professionalisierung im Leistungssport gerecht zu werden. Grundsätzlich haben Veränderungen in der Bildungslandschaft auch Einfluss auf die in den Bildungs- und Weiterbildungsangeboten und -prozessen verwendeten Begrifflichkeiten und Termini. Die öffentliche Diskussion um den Kompetenzbegriff wird von den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen und Expertisen beeinflusst. Nachfolgend wurden drei Modelle gewählt und einander gegenübergestellt. Die Herausbildung einer "neuen Lernkultur" hat nach dem Modell Erpenbeck/Sauer (2000, S. 292) das Ziel, neue Werte, neue Verhaltensweisen und einen neuen Erfahrungsaufbau für die Bereitstellung des benötigten Lernpotenzials zu entwickeln. Das Kasseler-Modell sowie das Kompetenzmodell der Bundesverwaltung der Schweiz ergänzen sich in ihren grundsätzlichen Ansätzen und sind auf die Trainertätigkeit und die Anforderungen in der Trainerausbildung gut anwendbar. Kompetenzentwicklung findet aber nicht nur in vorgegebenen und geleiteten Lernstrukturen und Bildungseinrichtungen statt: Das soziale Umfeld, Umweltbedingungen und Selbsterfahrung beeinflussen maßgeblich den Lernerfolg. Es ist davon auszugehen, dass es durch die in der Arbeit genannten Maßnahmen, zur Neugestaltung der beruflichen Trainerausbildung und zu einer intensiveren wissenschaftlichen Durchdringung der zu vermittelnden theoretischen und praktischen Ausbildungs- und Studieninhalte kommt.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausbildung und Forschung Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Leipzig
Universität Leipzig
2019
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| Online-Zugang: | https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-346681 |
| Jahrgang: | 1 |
| Seiten: | 252 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |