Effekte eines mittelfristigen Trainingskonzepts unter partiell entleerten Glykogenspeichern auf Parameter der Gesundheit und Leistungsfähigkeit bei Ausdauerathleten
Ergebnisse verschiedener Grundlagenforschungen der letzten zwölf Jahre (z. B. Hansen et al., 2005; Hawley, Tipton & Millard-Stafford, 2006; Yeo et al., 2010) deuten auf ein leistungsförder- "Open Window"-Effekt und damit das Infektrisiko von Athleten reduzieren kann (vgl. Gleeson, Neeman & Pedersen, 2004). Letztlich sind auch ungünstige Effekte auf den Ernährungszustand insbesondere bei Athleten mit niedriger Energiezufuhr oder die Nährstoffzufuhr aufgrund des periodisierten Ausschlusses kohlenhydratreicher Lebensmittel denkbar. Die Schlüsselergebnisse der vorliegenden Untersuchung sind daher für den Praxistransfer von Bedeutung:
1. Eine dreimonatige Train Low-Intervention mit zwei Train Low-Einheiten pro Woche ging nicht mit einer günstigeren Leistungsentwicklung der Ausdauersportler einher. Alle untersuchten Parameter (5000 m Laufzeit, Laufzeit der letzten 400 m ("Endspurt"), Geschwindigkeit an der individuellen anaeroben Schwelle, maximale Sauerstoffaufnahmekapazität) entwickelten sich in der Train Low-Gruppe deskriptiv (nicht signifikant) ungünstiger als in der Kontrollgruppe.
2. Eine dreimonatige Train Low-Intervention mit zwei Train Low-Einheiten pro Woche erhöhte das Risiko für krankheitsbedingte Trainingsausfälle signifikant um den Faktor 10 verglichen mit der Kontrollgruppe. Insgesamt waren krankheitsbedingte Trainingsausfälle jedoch in beiden Gruppen relativ niedrig.
3. Train Low-Interventionen sind zur Gewichtsreduktion oder Reduktion von Fettmasse ungeeignet. Hier zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe.
4. Zweimal wöchentliches Übernachtfasten bzw. eine Einschränkung der Kohlenhydratzufuhr zwischen einer abendlichen und einer morgendlichen Trainingseinheit (Train Low) wirken sich nicht ungünstig auf die Lebensmittelauswahl oder die Nährstoffzufuhr von Athleten aus, wenn sie ernährungsberaterisch geschult und begleitet werden. Train Low-Maßnahmen sollten demnach nur nach sorgfältiger Abwägung von potenziellen Vor- und Nachteilen und in enger sportmedizinischer, ernährungswissenschaftlicher und trainingswissenschaftlicher Begleitung eingesetzt werden. Insbesondere der fehlende Leistungsvorteil sowie die signifikant erhöhte Erkrankungsrate sollten in der Ernährungsberatung von an Train Low-Maßnahmen interessierten Athleten berücksichtigt werden, da sich krankheitsbedingte Trainingsausfälle ungünstig auf den vom Athleten erwarteten Leistungsvorteil auswirken können. Eine Aufklärung der Athleten über potenzielle Risiken von Train LowMaßnahmen ist unbedingt erforderlich.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten |
| Tagging: | Glykogen |
| Veröffentlicht in: | BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2017/18 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Bonn
BISp
2018
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| Online-Zugang: | https://my.page2flip.de/15646901/16713668/16713670/html5.html#/66 |
| Seiten: | 65-69 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |