Asthma bei deutschen Hochleistungssportlern: ein Vergleich zwischen Winter- und Sommerathleten sowie unterschiedlich hohen Ventilationsstufen
Die Prävalenz von Asthma bei Athleten ist hoch, jedoch ist bisher unklar inwieweit diese von der Wettkampfjahreszeit und von der Ventilationsstufe beeinflusst wird. FEno, als ein Marker für eosinophile Atemwegentzündung, wurde bei Hochleistungssportlern bislang kaum untersucht und könnte eventuell für deren klinische Überwachung genutzt werden. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, die Prävalenz von Asthma bei deutschen Hochleistungssportlern und den Einsatz der FE N0-Messung zu untersuchen. 265 deutsche Winter-Hochleistungssportler aus dem A-, B- oder C-Kader des Deutschen Olympischen Sportbundes füllten den AQUAC2© -Fragebogen zum Screening auf Asthma bei Athleten aus (Response 77%). Die Ergebnisse wurden mit einer Studie aus unserer Arbeitsgruppe zu deutschen Sommer-Hochleistungssportlern (n = 28S, Response 64%) verglichen. Des Weiteren wurden die deutschen Athleten entsprechend ihrer Sportart in drei Ventilationsstufen eingeteilt. 66% der Winter-Hochleistungssportler wurden zusätzlich zum Fragebogen mittels Spirometrie, Bodyplethysmographie sowie FEivo-Messung untersucht. Nach Adjustierung zeigte sich beim Vergleich der Winter- und Sommer- Hochleistungssportler kein statistisch signifikanter Unterschied in der Asthmaprävalenz. Hochleistungssportler der hohen zeigten hingegen im Vergleich zur niedrigen Ventilationsstufe unabhängig von der gewählten Asthmadefinition eine statistisch signifikant erhöhte Odds Ratio für Asthma (Asthmamedikation: OR 4,46; Giemen oder Asthmamedikation: OR 2,78; Arztdiagnose Asthma: OR 2,32). Von Asthma betroffene Winter-Hochleistungssportler zeigten keine Einschränkung ihrer Lungenfunktion. Jedoch hatten asthmatische Athleten eine statistisch signifikant erhöhte Odds Ratio für erhöhte FENO-Werte im Vergleich zu atemweggesunden Winter-Hochleistungssportlern. Insbesondere im Rahmen des Trainings sollte besonders bei Sportarten der hohen Ventilationsstufe von Beginn an auf Asthmaprävention geachtet werden. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei den deutschen Winter-Hochleistungssportler, die an Asthma litten, im Mittel keine Einschränkung der Lungenfunktion vorlag, jedoch eine relevante eosinophile Entzündung messbar war. Dies zeigt, dass die FEN0-Messung eine sinnvolle Ergänzung im Therapiemonitoring asthmatischer Athleten darstellt. Weitere Studien sind nötig, um den Langzeiteffekt des Hochleistungssports auf die Entwicklung von Asthma zu untersuchen und um die Pathogenese des Asthmas bei Athleten weiter zu klären.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Tagging: | Asthma |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
München
2013
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| Online-Zugang: | https://edoc.ub.uni-muenchen.de/15916/ |
| Seiten: | 142 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |