Determinanten zur Analyse der Belastbarkeit und des Adaptationspotentials bei Belastungen des Rumpfes im Nachwuchsleistungssport

Ziel der Studie ist die Entwicklung eines messmethodischen Diagnostikums zur Differenzierung zwischen Nachwuchsathletinnen und -athleten mit bzw. ohne Rückenbeschwerden und der Prädiktion von einem erhöhten Rückenschmerzrisiko (Rumpf-Stabilitäts- und Funktions-Index LSFI). Außerdem sollte geklärt werden, welche Trainingsinterventionen zur Prävention von Rückenbeschwerden bzw. zur Verbesserung der Rumpfstabilität geeignet sind (LWS-Präventions-Index LPI). Von insgesamt 2427 Testpersonen wurden anthropometrische, trainingsanamnestische, klinische und biomechanische Daten erhoben, wobei der Rückenschmerz mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens ermittelt wurde. Zur Erfassung der biomechanischen Kenngrößen wurde eine posturale Kontrolle eingesetzt. Als Interventionen kamen einfache Trainingsübungen, implementiert in das tägliche Aufwärmprogramm des Trainings, zum Einsatz. Zusätzlich erfolgten "center-based" Interventionen über einen Zeitraum von sechs Wochen. Zu den relevanten Ergebnissen zählen folgende: 1. Die Punktprävalenz für Rückenschmerzen lag bei 23 Prozent, ab einem Alter von 14 Jahren ist die Prävalenz 2-3 Mal höher; 2. Athletinnen und Athleten mit aktuellen subjektiven Rückenschmerzen sind im Mittel älter und haben höhere Trainingsumfänge im Vergleich zu denen ohne Schmerzen; 3. Über differenzierte biomechanische Tests kann in Spezialkohorten zwischen Athletinnen bzw. Athleten mit und ohne Rückenschmerzen unterschieden werden; 4. Interventionsmaßnahmen zur Steigerung der Rumpfstabilität und Prävention von Rückenschmerzen, implementiert in das tägliche Training über ein Schuljahr, zeigen im Kontrollgruppenvergleich eine Verbesserung der posturalen Kontrolle; 5. Für die sechswöchige center-based Trainingsintervention zur Optimierung der Rumpfstabilität und Funktion sind Veränderungen der Messgrößen in den Interventionsgruppen zu verzeichnen; 6. Die entwickelten Indizes können über eine multivariate Modellierung 71-78 Prozent der Athletinnen bzw. Athleten korrekt zu der Gruppe Rückenschmerz bzw. kein Rückenschmerz zuordnen. Schnürer
© Copyright 2015 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2013/14. Veröffentlicht von Sportverlag Strauß. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Sozial- und Geisteswissenschaften Nachwuchssport
Veröffentlicht in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2013/14
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Köln Sportverlag Strauß 2015
Online-Zugang:http://my.page2flip.de/2895682/3868707/3868810/html5.html#/178
Seiten:177-181
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch