EKG und Sport

Über längere Zeit war die Rolle des Ruhe-EKG bei Sportlern umstritten, die Validität war unzureichend, bedingt durch falsch positive und falsch negative Befunde. In den letzten Jahren wurden aber Kriterien erarbeitet, die eine Abgrenzung eines normalen von einem pathologischen EKG-Befund beim Sportler erheblich verbessert haben. Normale Befunde beim Sportler können durch die neuen Kriterien von abnormen EKG-Bildern zuverlässig abgegrenzt werden, die Unterstützung durch eine entsprechende Software in den EKG-Geräten erleichtert dies. So sind Sinusbradykardie und Zeichen der Linkshypertrophie für den trainierten Sportler Normalbefunde. Abnorme Veränderungen werden hingegen bei strukturellen Herzkrankheiten mit Kardiomyopathien beobachtet sowie bei elektrischen Veränderungen, insbesondere bei Ionen-Kanalerkrankungen und dem Präexcitationssyndrom. Die Beurteilung des EKG des Sportlers setzt eingehende und aktuelle Kenntnisse sowie umfangreiche Erfahrungen voraus. Die Bewertung kann nur stets im Zusammenhang mit Anamnese, klinischen Daten und ethnischer Herkunft erfolgen. Für sporttreibende Kinder sind zusätzliche Kenntnisse im EKG notwendig. Eine sportkardiologische Fortbildung ist heute dringend zu empfehlen, um Sportler jeden Alters, auch im Kindes- und Jugendalter, vor möglichen kardialen Zwischenfällen zu schützen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Swiss Sports & Exercise Medicine
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2017
Online-Zugang:https://www.sgsm.ch/fileadmin/user_upload/Zeitschrift/64-2016-4/4-2016_4_Loellgen.pdf
Jahrgang:64
Heft:4
Seiten:25-31
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch