Zusammenfassung des Workshops 3: "Wissensgenerierung und -transfer"
Die Wirksamkeit der wissenschaftlichen Unterstützung des Spitzensports durch den Forschungs- und Serviceverbund Leistungssport (FSL) muss erhöht und weiter optimiert werden. Ziel ist es, zukünftig eine effektivere und effizientere Unterstützung der Spitzenfachverbände zu gewährleisten. Dafür müssen praxisrelevante Fragestellungen zielführend und umgehend bearbeitet und die Erkenntnisse zügig und nachhaltig in die Trainingspraxis implementiert werden. Zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Transfers der Erkenntnisse und Erfahrungen sowie zur Vermittlung von Kompetenzen existieren bereits vielfältige und etablierte Instrumente und Maßnahmen. Eine der vielfältigen Aufgaben und Anforderungen, die durch die Institutionen im FSL zu erfüllen sind, besteht darin, Wissen zu generieren, zu sortieren, verfügbar zu machen, weiterzugeben und zu bewerten. Übergreifend können diese Aufgaben unter dem Begriff des Wissensmanagements zusammengefasst werden. Die Frage nach einem zentralen Element für die Steuerung und Koordinierung des Wissenstransfers wurde in der Gruppe unterschiedlich diskutiert. Einigkeit besteht jedoch darin, dass die Ansprechpartner aus der Wissenschaft einen engeren Kontakt zu den Partnern in der Sportpraxis suchen müssen, um einen Wissenstransfer besser gestalten zu können.
Der Wissenschaftskoordinator muss auch für den Wissenstransfer eine aktive Rolle einnehmen. Er muss den Prozess des Transfers und der Implementierung der Erkenntnisse in die Praxis aktiv begleiten, um ein "Versanden" der Erkenntnisse zu vermeiden. Wissenstransfer ist als ein Veränderungsprozess zu sehen. Die Verbreitung der Erkenntnisse wird zunächst vom wissenschaftlichen Projektpartner initiiert und sollte dann aktiv von Verbandsseite gesteuert werden (v. a. Wissenschaftskoordinator). Eine weitere wichtige Konsequenz wird in der schnelleren Integration neuer Erkenntnisse in die Traineraus- und -weiterbildung gesehen. Hier muss die Wissenschaft als Partner zur Verfügung stehen, die Impulse müssen jedoch auch hier vom Verband ausgehen. Eine zentrale Instanz wird ggf. unter der Perspektive eines sportartübergreifenden Wissenstransfers als hilfreich und notwendig erachtet. Jedoch darf hierdurch kein administrativer Mehraufwand entstehen, vielmehr sind vorhandene Strukturen zu stärken. Hierzu zählt insbesondere eine deutliche Stärkung der Wissenschaftskoordinatoren als Netzwerk. Im Konzept des IAT zum FSL sind unter dem Handlungsfeld "Wissen vermitteln, Erfahrungen teilen", neben den bereits oben genannten, weitere Maßnahmen aufgeführt, mit denen der Wissenstransfer weiter verbessert werden soll. Dabei wird u. a. darauf hingewiesen, dass zukünftig auch Veranstaltungen mit Partnern außerhalb des FSL und außerhalb der Strukturen der Leistungssportförderung in Deutschland stärker zu nutzen sind.
© Copyright 2016 Angewandte Trainingswissenschaft im Forschungs- und Serviceverbund Leistungssport: Tagungsband zum gleichnamigen Symposium. Veröffentlicht von Meyer & Meyer. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Leitung und Organisation |
| Tagging: | IAT Trainer-Berater-System |
| Veröffentlicht in: | Angewandte Trainingswissenschaft im Forschungs- und Serviceverbund Leistungssport: Tagungsband zum gleichnamigen Symposium |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Aachen
Meyer & Meyer
2016
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| Schriftenreihe: | Schriftenreihe für Angewandte Trainingswissenschaft, 1 |
| Online-Zugang: | https://open-archive.sport-iat.de/sponet/SR_2015_1_Seidel_Workshop3.pdf |
| Seiten: | 106-112 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |