Vergleichende Betrachtung der Laktatsenke bei verschiedenen Vorbelastungstests
Einleitung: Zur Realisierung sportlicher Höchstleistungen bildet eine zielgerichtete und individuell angepasste Trainingssteuerung die entscheidende Grundlage. Dazu werden verschiedene leistungsdiagnostische Testverfahren genutzt. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung stand die Überprüfung der Auswirkung unterschiedlicher Vorbelastungen auf die Ausbildung der Laktatsenke.
Material und Methode: Im Rahmen der Untersuchungsreihe absolvierten 10 männliche Fußballspieler insgesamt drei Laktatsenkentests. Diese unterschieden sich hinsichtlich der Vorbelastung (Sprints, YoYo-Test, Laufband-Stufentest) zur Herausbildung der Laktatanhäufung, aber nicht im anschließenden Stufentest. Zwei dieser Tests erfolgten unter Feldbedingungen, der dritte unter Laborbedingungen. Anschließend wurde die ermittelte Geschwindigkeit an der Laktatsenke mit Dauerbelastungstests (über 8000m) überprüft. Zwischen den Untersuchungstagen lagen jeweils mindestens 48 h und maximal sieben Tage. Die Reihenfolge der Test war randomisiert. Zudem wurden die Probanden angehalten Bewegungs- und Ernährungsprotokolle zu schreiben, um etwaige Einflussfaktoren auszuschließen.
Ergebnisse: Es zeigte sich, dass die sprintspezifische Vorbelastung die höchsten maximalen Blutlaktatkonzentrationen generierte, die sich auch hochsignifikant (p=0,003) von den anderen unterscheiden. Die ermittelten Laktatsenken unterschieden sich höchst signifikant (p=0,000) voneinander. Eine Prüfung der Laktatsenken durch die anschließenden Dauertests zeigte eine kontinuierliche Unterschätzung der Ausdauer-leistungsfähigkeit. Die Abweichung der Laktatsenke, die mit Hilfe der Sprint-Vorbelastung ermittelt wurde, war nicht signifikant (p=0,196) und lag bei 0,43±0,21 km/h (5,52%). Die anderen beiden Laktatsenken unter-schieden sich höchstsignifikant (p=0,000) vom ermittelten maxLass in den Dauertests (YoYo-Test-Vorbelastung 1,54±0,05 km/h und DFB-Laborstufentest-Vorbelastung 1,79±0,28 km/h).
Fazit: Um ein aussagekräftiges Ergebnis bei der Durchführung eines Laktatsenkentests zu erzielen sind die methodische Voraussetzungen der Biokinetik theoretisch zu durchdenken und zu beachten. Andernfalls kommt es zur erheblichen Unterschätzung des tatsächlichen Leistungsvermögens der Athleten.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft |
| Tagging: | Vorbelastung |
| Veröffentlicht in: | Klinische Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2014
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| Online-Zugang: | http://www.klinischesportmedizin.de/auflage_2014_2/Bischoff_Laktatsenke.html |
| Jahrgang: | 15 |
| Heft: | December |
| Seiten: | 12-18 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |