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Präzisierung des LOMBARDschen Paradoxons in der Funktion der ischiocruralen Muskeln beim Sprint

(Precisation of the Lombard paradoxon in its function of the hamstrings during sprinting)

Zweigelenkigen Muskeln wird in verallgemeinernden Darstellungen in der Regel eine solche Funktion auf die betroffenen Gelenke beigemessen, die auch jeweils ein eingelenkiger Muskel auf diese Gelenke ausüben würde, Im Gliedersystem der Abb. 1 wird der eingelenkige Muskel m1 bei einer Verkürzung das Gelenk A beugen, der eingelenkige Muskel m2 das Gelenk B strecken. Man erwartet demnach von dem zweigelenkigen Muskel m3 bei einer Verkürzung ebenfalls eine Beugung des Gelenks A und eine Streckung des Gelenks B. Dies wird, solange sich die beiden Enden der kinematischen Kette ungehindert bewegen können, in der Regel auch der Fall sein. Sobald aber diese Enden auf einen Widerstand stoßen oder - wie es FISCHER (1927) ausdrückt - einer "Führung" unterliegen, kann unter noch aufzuzeigenden Zusatzbedingungen je nach Winkelstellung des Gelenks, Wirkungsrichtung der Muskelkraft und Art des Widerstandes eine Verkürzung des Muskels m3 eine der Erwartung entgegengerichtete Wirkung zur Folge haben, in Gelenk A eine Streckung oder in Gelenk B eine Beugung. Dieses offensichtlich paradoxe Phänomen wurde von LOMBARD 1903 beschrieben und wird aus diesem Grunde gelegentlich LOMBARDsches Paradoxon genannt (s. z.B. GREGOR u. a. 1985; ANDREWS 1987).
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:Sportwissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1991
Online-Zugang:http://www.biowiss-sport.de/paradox.PDF
Jahrgang:21
Heft:4
Seiten:413-428
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch