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Doping und ärztliche Ethik

Doping im Sport ist kein neues Thema. Es handelt sich um ein Thema, bei dem man sicher sein kann, dass es den Sport und die Sportmedizin weiter begleiten wird. Zu einem Gegenstand der Ethik ist es vor allem in zwei Hinsichten geworden: Durch die Schwierigkeiten einer hieb- und stichfesten ethischen Begründung des rechtlichen Dopingverbots; und durch die zahlreichen ungeklärten Fragen im Zusammenhang mit dem Verhalten von Ärzten gegenüber Doping praktizierenden Sportlern. Der Artikel versucht, beiden Desideraten gerecht zu werden. Im ersten Teil wird die umstrittene Auffassung verteidigt, dass das Dopingverbot am überzeugendsten durch ein Natürlichkeitsprinzip begründet werden kann und die sonstigen Begründungen weder einzeln noch kumulativ ausreichen. Zugleich stellt wird in Frage gestellt, ob diese Begründung für ein strafrechtliches Verbot geeignet ist. Außerdem wird auf die zahlreichen Unbestimmtheiten des offenen Begriffs "Natürlichkeit" hingewiesen, die die Grenzziehung durch die Doping- agenturen erschweren und gleichzeitig erzwingen. Im zweiten Teil werden vor dem Hintergrund der offensichtlichen Unvereinbarkeit der ärztlichen Mitwirkung von Dopingpraktiken mit dem Arztethos, die tatsächliche Mitwirkung von Sport- ärzten angeführt. Diese gehen auf die Rollenkonflikte zurück, denen die Ärzte insbesondere als Betreuer von Leistungssportlern ausgesetzt sind. Es wird eine stärkere Berücksichtung der Bewältigung solcher Konflikte in der sportärztlichen Weiterbildung empfohlen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2013
Online-Zugang:https://www.uni-ulm.de/fileadmin/externe_websites/ext.dzsm/content/Archiv2013/Heft_3/uebersicht_birnbacher.pdf
Jahrgang:64
Heft:3
Seiten:73-76
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch