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Dysfunktionen des Spitzensports: Doping, Match-Fixing und Gesundheitsgefährdungen aus Sicht von Bevölkerung und Athleten

Die deutsche Bevölkerung glaubt, dass 29 % der deutschen Spitzensportler regelmäßig zu Dopingmittel greifen. Etwa die Hälfte (49 %) der deutschen Spitzensportler greift nach Ansicht der Bevölkerung regelmäßig zu Schmerzmitteln. 6 % der deutschen Spitzensportler geben die regelmäßige Einnahme von Dopingmitteln ehrlich zu. 10 % der deutschen Spitzensportler geben ehrlich zu, dass sie schon einmal an Absprachen über den Spiel- bzw. Wettkampfausgang beteiligt waren. Ein Drittel der deutschen Spitzensportler gibt ehrlich zu, regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren. Darüber hinaus gibt es noch eine nicht unerhebliche Dunkelziffer im Hinblick auf die Einnahme leistungssteigernder Substanzen, Wettkampfabsprachen sowie Gesundheitsproblemen aufgrund von Leistungsdruck. Nichtsdestotrotz besteht sowohl in der Wohnbevölkerung Deutschlands als auch unter den deutschen Spitzensportlern Einvernehmen darüber, dass die Einnahme von Dopingmitteln klar gegen die Werte des Sports (Leistung, Fairplay, Teamgeist/ Solidarität) verstößt. Dabei gibt es graduelle Unterschiede: Während 99 % der Athleten der Ansicht sind, dass Doping gegen Fairplay und Solidarität/Teamgeist verstoßen, sind es auf Seiten der Bevölkerung nur 94 %. Beim Leistungsgedanken herrscht Übereinstimmung: 90 % der Bevölkerung sowie die Spitzensportler sind der Meinung, Doping stehe nicht im Einklang mit dem Leistungsprinzip des Sports. Die Haltung zur Einnahme von Schmerzmitteln ist deutlich liberaler. Hier sind 40 % der Athleten und 42 % der Bevölkerung der Ansicht, dies sei durchaus mit dem Fairplay- Prinzip vereinbar. 55 % der Athleten und 48 % der Wohnbevölkerung meinen, die Einnahme von Schmerzmitteln sei vereinbar mit dem Leistungsprinzip. Die Bereitschaft in der Bevölkerung zur finanziellen Unterstützung des Spitzensports nimmt mit der Verbreitung des Doping- und Schmerzmittelkonsums deutlich ab. Noch markanter sinkt die Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung des Spitzensports mit der Verbreitung absichtlicher Regelverstöße sowie illegaler Spielabsprachen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Organisationen und Veranstaltungen Leitung und Organisation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bonn Bundesinstitut für Sportwissenschaft 2013
Ausgabe:Bonn: BISp (Hrsg.), 2013.- 104 S.
Online-Zugang:http://www.bisp.de/cln_350/nn_15936/SharedDocs/Downloads/Publikationen/sonstige__Publikationen__Ratgeber/Breuer__Dysfunktionen,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Breuer_Dysfunktionen.pdf
Seiten:104
Dokumentenarten:Forschungsergebnis
Level:hoch