Einfluss verschiedener Antioxidantien auf den oxidativen Stress und die körperliche Leistungsfähigkeit im Hochleistungssport
bersteigt die Bildung Freier Radikale die Kapazitat des antioxidativen Systems, fuhrt dies zum oxidativen Stress. Dadurch kann es unter anderem zu DNA- und Zellschadigungen kommen. Des Weiteren spielen Freie Radikale eine wichtige Rolle beim Alterungsprozess und in der Pathogenese diverser Erkrankungen, wie zum Beispiel bei der Entstehung von degenerativen Gefaserkrankungen oder Krebs. Der durch korperliche Arbeit erhohte Sauerstoffverbrauch gilt als Ausloser fur die vermehrte Entstehung Freier Radikale.
Unter diesem Gesichtspunkt stellten wir uns die Frage, ob es bei Hochleistungssportlern unter korperlicher Belastung zur vermehrten Bildung Freier Radikale bzw. einem Anstieg des antioxidativen Potentials kommt; es moglich ist die Bildung Freier Radikale durch die zusatzliche Gabe von diversen Antioxidantien zu verhindern und ob die zusatzliche Einnahme von Antioxidantien die korperliche Leistungsfahigkeit beeinflusst.
Dabei differenzierten wir zwischen einer 35-tagigen Einnahme von .frubiaseR SPORT Ausdauer und der dreimaligen Gabe einer Injektion im Abstand von jeweils 48 Stunden, zusammengesetzt aus Vitamin C (1000 mg), Vitamin B12 (3 mg) und Folsaure (20 mg). Dafur untersuchten wir in zwei Untersuchungsreihen jeweils 10 mannliche Leichtathleten. Vor und nach Beendigung der Einnahme der Antioxidantien unterzogen sich die Probanden jeweils einem Laufbandstufentest. Sowohl vor als auch unmittelbar nach den Laufbandbelastungen wurde Kapillarblut zur Bestimmung des biologisch antioxidativen Potentials (BAP) und der Freien Sauerstoffradikale (dROM) entnommen. Die Belastungsuntersuchung erfolgte spiroergometrisch als Laufbandstufentest. dROM und BAP wurden photometrisch mittels des F.R.A.S. 4 (Free Radical Analytical System) der Firma H&D srl (Parma, Italia) gemessen. Die respiratorischen Parameter (...O2, ...E, RQ) wurden mit Hilfe des offenen Spirometrie-Systems der Firma ZAN gemessen. Auf der Basis des enzymatisch-amperometrischen Messprinzips wurden die Blutlaktatkonzentrationen ermittelt. Die Herzfrequenz wurde telemetrisch von einem Brustgurt ubertragen und registriert.
Die wesentlichen Befunde lauten:
. Eine signifikante Entstehung von oxidativem Stress konnte nach keiner der vier Laufbandbelastungen gemessen werden.
. Signifikanter Anstieg des biologisch antioxidativen Potentials (BAP) sowohl nach der Belastungsuntersuchung vor (p= 0,002), als auch nach Einnahme von .Frubiase (p= 0,00) sowie vor (p= 0,004) und nach Gabe der Injektionen (p= 0,001).
. Signifikante Erhohung der 2 mmol- und 4 mmol-Laktatschwellenleistung bei der Laufbandbelastung nach 35-tagiger Einnahme von .Frubiase (p= 0,02 & p= 0,01) sowie signifikante Erhohung der 4 mmol-Laktatschwellenleistung bei der Laufbandbelastung nach Gabe der Injektionen (p= 0,037).
Aus den Ergebnissen wird geschlossen, dass Sportler aufgrund des regelmasigen Trainings bereits adaptive Mechanismen an erhohte Radikalbelastungen entwickelt und eine sehr gute endogene antioxidative Kapazitat ausgebildet haben. Da es schon vor Gabe der Antioxidantien zu keiner Radikalbelastung des Korpers kam, kann hinsichtlich dieses Aspektes keine zusatzliche Einnahme von Antioxidantien empfohlen werden. Die signifikanten Anstiege der BAP-Werte nach Belastung deuten auf eine abgelaufene Radikalbelastung des Korpers hin, die jedoch mit dem dROM-Test nicht erfasst werden konnten. Es ist fraglich, ob die alleinige Verwendung des dROM-Tests methodisch dazu geeignet ist, die Radikalbelastung im Organismus quantitativ prazise zu erfassen.
Eventuell konnte die langerfristige zusatzliche Einnahme des Produktes .frubiaseR SPORT Ausdauer den haufig diskutierten Anstieg des oxidativen Stresses und die Abnahme der antioxidativen Kapazitat in der hoch intensiven Trainingsphase der Sportler verhindern.
Eine Aussage daruber, ob die Leistungsfahigkeit tatsachlich durch die zusatzliche Einnahme von Nahrungserganzungsmittel positiv beeinflusst wird, sollte durch eine Kontrollgruppe uberpruft werden
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Tagging: | oxidativer Stress |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
2011
|
| Ausgabe: | Köln: Universität Köln, 2011.- 136 S. |
| Online-Zugang: | http://digitool.hbz-nrw.de:1801/webclient/StreamGate?folder_id=0%26dvs=1340086872374~960%26usePid1=true%26usePid2=true |
| Seiten: | 136 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |