Übertraining im Sport: Möglichkeiten der Diagnostik von Overreaching und Overtraining
(Overtraining in sports: diagnostical possibilities of overreaching and overtraining)
Aufgrund der ständigen Leistungsoptimierung im Sport und dem Streben nach Rekorden, versuchen Sportler ständig ihre individuellen Leistungskapazitäten auszu-schöpfen. Die Balance zwischen Belastung und Erholung stellt sich als Gratwanderung heraus und endet nicht selten in Zuständen des Overreaching und Overtrainings und betrifft Sportler verschiedener Leistungsniveaus. In dieser Arbeit wird versucht die aktuellsten Marker zur Diagnostik von Overtraining auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Ob es einzelne, praxistaugliche Marker gibt oder ob das Modell des sympathischen und para-sympathischen Overtrainings noch gültig ist sollte geklärt werden. Methodik: Die Litera-tur wird schwerpunktmäßig im Zeitraum von 1998 bis 2009 auf hermeneutischem Wege geprüft. Bestehende Verwirrung der Begrifflichkeiten sowie Ansichten und Hypothesen zum Overtraining werden im allgemeinen Teil erörtert. Aktuelle Versuche der Diagnostik werden im speziellen Teil diskutiert und kritisch hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit un-tersucht. Resultate: Nicht vollständig geklärt bleibt die Gültigkeit des Bestehens eines sympathischen und parasympathischen Overtrainings. Die neuere Ansicht eines Overtraining- Kontinuums scheint sich durchzusetzen. Endokrine Tendenzen eines "Overshots" des ACTH- Systems im Overreaching und einer Hemmung im Overtraining sind zu sehen, können jedoch nicht bestätigt werden. Profile of Mood State und Recove-ry- Stress- Questionnaire scheinen sensitiv zu sein, eine multifaktorieller Anwendung wird jedoch als geeigneter erachtet. Das Glutamin/Glutamat- Verhältnis, das Corti-sol/Cortison- Verhältnis, Herzfrequenzvariabilität und psychomotorische Geschwindigkeit scheinen viel versprechend, bedürfen jedoch weiterer standardisierter Untersuchungen. Conclusio: Bis dato bleibt ein Leistungsverlust der Goldstandard in der Overtrai-ningsproblematik. Kein einzelner Marker lässt bestätigte Ergebnisse und die Bildung von Grenzwerten zu. Auch weiterhin wird es aufgrund der komplexen und individuell unter-schiedlichen Genese des Overtrainings schwierig sein einzelne Marker zu finden. Multi-faktorielle Ansätze bzw. geeignetes Monitoring im Sinne einer Prävention von Overtrai-ning scheinen als sehr viel versprechend.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | training science biological and medical sciences |
| Language: | German |
| Published: |
Wien
Universität Wien, Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
2009
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| Online Access: | http://othes.univie.ac.at/3900/ |
| Pages: | 111 |
| Document types: | diploma work / thesis |
| Level: | advanced |