Reaktionen im Bereich des kardio-vaskulären Systems auf Interventionen akuter und chronischer Hypoxie unter normobaren Bedingungen
In der vorliegenden Arbeit werden vier Studien dargestellt, die akute und chronische Reaktionen von Parametern des kardio-vaskulären Systems auf normobare Hypoxiereize untersuchten.
In der ersten Studie erfolgte die Erfassung der Herzfrequenzvariabilität (HRV), der Herzfrequenz (HR) und der arteriellen Sauerstoffsättigung (SaO2) unter Ruhebedingungen in Normoxie (NN) und auf drei unterschiedlichen Höhen (2000 m, 3000 m, 4000 m). Die Ergebnisse zeigten bezüglich der HR und der HRV nur auf einer simulierten Höhe von 4000 m signifikante Veränderungen. Möglicherweise ist eine bestimmte Schwellenhöhe notwendig, um Effekte der autonomen Regulation des Herzens in der Höhe unter Ruhebedingungen auslösen zu können.
Die zweite Studie wurde mit dem Ziel durchgeführt, akute Reaktionen einer maximalen Belastung in Form von VO2max-Tests in Normoxie sowie unter drei simulierten normobaren Hypoxiebedingungen (2000 m, 3000 m, 4000 m) zu untersuchen. Die untersuchten Parameter können in vier Gruppen unterteilt werden: Variablen der Leistung und Versorgung, Gefäßparameter, Laktatkonzentrationen (Vollblut, Plasma und Erythrozyten) und die HRV. Die Parameter der Leistung und Versorgung nahmen während der drei Hypoxietests erwartungsgemäß signifikant gegenüber den Werten der Diagnostiken auf NN ab. Die Reaktionen der Parameter des Gefäßwachstums (Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), Matrixmetalloproteasen (MMP), Endostatin) deuten darauf hin, dass eine etwa zehnminütige, maximale Belastung auf 4000 m Höhe ausreicht, um deren Freisetzungen zu initiieren. Die mit der differentiellen Laktatdiagnostik bestimmten Laktatkonzentrationen lagen im Plasma stets signifikant über denen in den Erythrozyten und diese wiederum signifikant unter den im Vollblut bestimmten Laktatspiegeln. Bezüglich der HRV-Parameter waren auf den niedrigeren Belastungsstufen nur auf 4000 m Höhe und vereinzelt auf 3000 m Höhe zusätzliche signifikante Abnahmen gegenüber den Tests auf NN zu verzeichnen. Die niedrigere Höhe von 2000 m könnte demnach als zusätzlicher Reiz, zu der bereits signifikanten Abnahme mit zunehmender Belastungsintensität, nicht ausgereicht haben.
Aus der nach dem Konzept SL TH durchgeführten Höhenstudie konnten Verbesserungen der Schwellenleistung sowie der VO2max ausgemacht werden, die aber eher ein Ergebnis des durchgeführten Trainings und weniger des Hypoxiereizes zu sein schienen. Die ausgebliebenen signifikanten Veränderungen der Blutparameter könnten aber auch auf die geringe Probandenzahl und somit auf den daraus mit einer größeren Wahrscheinlichkeit resultierenden Fehler zweiter Art zurückzuführen sein.
Die Ergebnisse der SH TL Höhentrainingsstudie zeigten Verbesserungen in den Leistungskenngrößen sowohl in der Höhen- als auch in der Kontrollgruppe. Diese fielen mit einem Unterschied zwischen den beiden Gruppen von 1,1 % bis 2,7 % in der Höhengruppe größer aus und auch die zu erwartenden Veränderungen in den Blutparametern (3,7 - 4,2 %) waren nur bei den Probanden dieser Gruppe zu verzeichnen. So kann hier ein Netto-Höheneffekt in diesen Dimensionen nach einem Höhenaufenthalt unter kontrollierten Bedingungen im Labor geschlussfolgert werden.
Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass für weiterführende Forschungsprojekte im Bereich des Höhentrainings die folgenden Aspekte berücksichtigt werden sollten. Die Untersuchungen sollten mit einer möglichst großen Stichprobenzahl von Leistungssportlern absolviert, intermittierendes Höhentraining möglicherweise auf großen Höhen und Höheninterventionen mit langen Nachtestphasen durchgeführt werden. Auf diese Weise kann dem Ziel einer erfolgreichen Umsetzung von Höheninterventionen in die Praxis näher gekommen werden.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Deutsche Sporthochschule, Institut für Trainingswissenschaften und Sportinformatik
2008
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| Online-Zugang: | https://fis.dshs-koeln.de/portal/files/719592/Dissertation_Knuth_Sarah_2008.pdf |
| Seiten: | 203 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |