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BiSp-Report 2006/07 - Bilanz und Perspektiven

Ziemlich genau ein Jahr nach Erscheinen der ersten Ausgabe der Broschüre BISp-Report 2005/06 - Bilanz und Perspektiven freue ich mich, den BISp-Report 2006/07 - Bilanz und Perspektiven vorlegen zu können. In der Zwischenzeit wurde das Ergebnis der Evaluierung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) vorgelegt. Darin wurde nochmals verdeutlicht, dass eine zweckgerichtete sportwissenschaftliche Forschung von hoher wissenschaftlicher Qualität für Erhalt und Ausbau der internationalen Konkurrenzfähigkeit des deutschen Spitzensports wesentlich ist. Deshalb werden wir - gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern - die Anregungen und Empfehlungen des Wissenschaftsrats soweit als möglich aufgreifen, um Qualität und Effizienz der Arbeit des Instituts noch zu optimieren. Es ist erfreulich, dass der Wissenschaftsrat die vom BISp aufgebauten und betriebenen Datenbanken als hochwertig einschätzt und anerkennt. Die Aktivitäten des BISp zur Verbesserung der Informationsangebote werden durch die Beiträge auf den Seiten 83ff und 93ff belegt. Mit Wirkung zum 1. Juli 2006 ist eine neue Organisationsstruktur des BISp in Kraft getreten. Die Einrichtung der drei Fachbereiche "Forschung und Entwicklung", "Wissenschaftliche Beratung" sowie "Grundsatz und Controlling" wird nicht nur eine verstärkte Multi- und Interdisziplinarität der Forschungsvorhaben begünstigen, sondern auch die wissenschaftlichen Beratungsleistungen des BISp stärker akzentuieren. Wir unternehmen zahlreiche Anstrengungen, um künftig den Wissenstransfer zu verbessern. In diesem Kontext verweise ich auf den Beitrag "Wissenstransfer als Serviceleistung des BISp" in dieser Ausgabe (S. 61 ff). Einen wichtigen Beitrag zum Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen wie aber auch von empirischem Trainerwissen konnte der BISp-Workshop "Krafttraining im Nachwuchsleistungssport" im Februar d. J. in Bonn leisten. Die unter dem Motto "Theorie trifft Praxis" stehende Veranstaltung erlebte mit über 250 Teilnehmern einen Zuspruch, der die Bedeutung solcher Informationsplattformen bestätigte und zugleich ein Beleg dafür war, dass gerade das Nachwuchstraining unserer besonderen Beachtung auch im Hinblick auf die Förderung wissenschaftlicher Vorhaben bedarf. Die Koordinierungskompetenz bei der Zielstellung, Projekte der Ressortforschung an Hochschulen und privatwirtschaftlichen Forschungsinstituten mit den Projekten an den DOSB-Institutionen des Spitzensports abzustimmen, wurde durch den im November 2005 veröffentlichten Errichtungserlass weiter konsolidiert. Daneben wurden die Strukturen der BISp-Gremien verschlankt. Die Mitglieder von Gutachtergruppe und Gutachterausschuss wurden im Einvernehmen mit dem DOSB berufen und sie haben ihre ersten Sitzungen durchgeführt. Am 24. November 2006 hat sich der Strategieausschuss, das zentrale Steuerungsgremium im Rahmen des Wissenschaftlichen Verbundsystems Leistungssport (WVL), konstituiert. Ihm obliegt es künftig, die inhaltliche und verfahrenstechnische Koordinierung zwischen dem Bedarf des Sports an wissenschaftlicher Unterstützung und den hierzu im Wissenschaftsbereich bestehenden Möglichkeiten zu regeln. Im BISp wurde ein neues Forschungsprogramm formuliert, auf dessen Basis Schwerpunkte im Strategieausschuss diskutiert und verabschiedet werden. Eine wesentliche Rolle im WVL spielen die Bundessportfachverbände, mit denen wir bereits in einen regen Gedankenaustausch eingetreten sind, der noch ausgebaut werden soll. Insbesondere den Trainerinnen und Trainern sowie den Wissenschaftlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren kommt entscheidende Bedeutung zu. Professor Helmut Digel (Tübingen) hat im Rahmen seiner Studie (BISp-Auftrag) in einem internationalen Vergleich die Organisation des Spitzensports erfolgreicher Sportnationen untersucht. Dabei hat er die Verbesserung der bisherigen Situation der Trainerinnen und Trainer als zentrales deutsches Handlungsfeld identifiziert. Die Bedeutung der Trainerausbildung im WVL wurde dadurch verdeutlicht, zeigt aber auch erneut die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis. Dass sich das BISp aktuell im Rahmen von Forschungsprojekten mit dem "Berufsbild des Trainers" und dem Problem der "Informationsversorgung von Trainerinnen und Trainern" (siehe Beitrag S. 55 ff) befasst, unterstreicht diese Verknüpfung noch zusätzlich. (Fischer gek.)
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Sportgeschichte und Sportpolitik Leitung und Organisation Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Köln Sportverlag Strauß 2006
Schriftenreihe:BiSp-Report
Online-Zugang:http://www.bisp.de/nn_113212/SharedDocs/Downloads/Publikationen/BISp__Report/BISp__Report__2007,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/BISp_Report_2007.pdf
Seiten:95
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel