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Der Tod im Sport - ein internistisches Problem?

Sport bedeutet Fitness und Ausdauer, Regeneration und Ausgleich, Spiel und Spaß. Bewegungsmangel ist einer der Hauptrisikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Umso erschreckender und für die Öffentlichkeit oft nicht nachvollziehbar sind tödliche Ereignisse im Sport, insbesondere wenn diese nichttraumatischer Ursache und damit kardiovaskulärer Genese sind. Organpathologische Untersuchungen haben gezeigt, dass Männer überproportional häufig vom Sporttod betroffen sind. Der Anteil von Frauen am Sporttod beträgt nur 7-9%, obwohl ihr Anteil unter den Sporttreibenden fast die Hälfte ausmacht. Das relative Risiko steigt mit dem Alter und der Intensität der Belastung. Bei Untrainierten oder Sportungewohnten ist das Risiko nochmals deutlich erhöht. Bei den > 35-Jährigen liegt die koronare Herzkrankheit (KHK) mit 85% weit vor anderen Ursachen. Bei den < 35-Jährigen finden sich die KHK und eine floride Myokarditis als häufigste Ursachen, aber auch die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), die arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie (ARVC), Reizleitungsanomalien und das Marfan-Syndrom. Zusätzliche Risikofaktoren wie akute Infekte mit einer Suppression des Immunsystems sowie Missbrauch von Dopingmitteln verlangen neben der orthopädisch-unfallchirurgischen Versorgung auch die internistisch-kardiologische Betreuung der Athleten. Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmaßnahmen sollten daher Bestandteil in der Versorgung des Freizeit- und Spitzensportlers sein.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Herz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2004
Online-Zugang:https://doi.org/10.1007/s00059-004-2585-1
Jahrgang:29
Heft:4
Seiten:414-419
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel