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Kardiovaskuläre Nebenwirkungen von anabol-androgenen Steroiden

Anabol-androgene Steroide (AAS) führen zu einer Zunahme der Muskelmasse und sind im Sport als Dopingsubstanzen verboten. Von den zahlreichen und teilweise erheblichen Nebenwirkungen werden die kardiovaskulären Nebenwirkungen der AAS dargestellt. Ein Anstieg der linksventrikulären Muskelmasse ist gut dokumentiert, wobei in einigen Studien eine konzentrische linksventrikuläre Hypertrophie beschrieben wird. Hingegen führt Kraftsport ohne AAS zu keinen verdickten Kammerwänden. Die systolische Funktion des linken Ventrikels wird nicht beeinflusst, wohingegen die diastolische Funktion eingeschränkt sein kann. Tierexperimentell wurden verschiedene ultrastrukturelle Veränderungen des Myokards nachgewiesen. AAS können zur Entwicklung einer Hypertonie führen. Blutgerinnung und Fibrinolyse werden beeinflusst, sodass zahlreiche Fallbeispiele von Gefäßthromben bei jungen Kraftsportlern existieren. Veränderungen der Lipoproteine, die insbesondere eine deutliche Reduktion der gefäßprotektiven HDL-Cholesterin-Fraktion zeigen, können zu einer vorzeitigen Atherosklerose führen. In zahlreichen Fallberichten werden kardiale Todesfälle bei scheinbar gesunden jungen Personen, meist Bodybuildern und anderen Kraftsportlern, beschrieben. Bei tödlichen und nichttödlichen Myokardinfarkten fanden sich häufig normale Koronargefäße. Plötzliche Todesfälle von jungen Sportlern können durch Doping mit AAS verursacht werden.
© Copyright 2006 Herz. Springer. Veröffentlicht von Urban & Vogel. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Herz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Urban & Vogel 2006
Online-Zugang:https://doi.org/10.1007/s00059-006-2856-0
Jahrgang:31
Heft:6
Seiten:566-573
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch