Fettverbrennung und körperliche Aktivität

(Fat burning and physical activity)

Eine verstärkte Lipidoxidation während sportlicher Aktivität spiegelt einen guten Trainingszustand wider, während eine geringere Fettstoffwechselaktivität mit Übergewicht und Insulinresistenz assoziiert ist. Die Fettverbrennung erreicht ihre höchsten Werte in Abhängigkeit vom Trainingszustand durchschnittlich bei moderaten Intensitäten um 50- 65 % der maximalen Sauerstoffaufnahme (2, 8). Sie steigt mit zunehmender Belastungsdauer an und wird durch Kohlenhydrataufnahme gehemmt. Männer verbrennen für eine gegebene Belastungsintensität weniger Fett als Frauen. Darüber hinaus können Höhenexposition und hohe Umgebungstemperaturen den Kohlenhydratstoffwechsel verstärken und die Fettoxidation reduzieren. Körperliches Training ist der einzige wissenschaftlich belegte Weg, um die Fettverbrennung zu verbessern. Diverse Nahrungsergänzungen können einen solchen Effekt nicht reproduzierbar hervorrufen. Inwiefern eine erhöhte Kapazität des Fettstoffwechsels unterstützend bei der Gewichtsreduktion wirken kann, ist bislang nicht geklärt. Insgesamt ist eine sehr große interindividuelle Variabilität der Fettverbrennung zu beobachten, die nur teilweise durch die genannten Faktoren zu erklären ist. Eine genetische Prädisposition scheint relevant zu sein und sollte im Blickpunkt zukünftiger Studien stehen, zumal die Fettstoffwechselkapazität offensichtlich eine Beziehung zu Risikofaktoren für kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen aufweist.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2005
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2005/heft09/Standarts1.pdf
Jahrgang:56
Heft:9
Seiten:337-338
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel