Sportfähigkeit und Sensomotorik nach Schulterstabilisierung beim Überkopfathleten

Die vordere Kapsellabrumrekonstruktion nach Jobe [12] ist eine Modifikation der Bankart-Operation, wobei der Kapselshift über einen Subscapularissplit-Zugang ohne Durchtrennung der Muskulatur erfolgt. Insgesamt wurden 24 Überkopfathleten mit posttraumatischer, chronischer, vorderer Schulterinstabilität operiert, nachuntersucht wurden 22 Patienten nach durchschnittlich 2,8 ± 0,7 Jahren. Im Constant-Murley-Score wurden durchschnittlich 93,7 ± 5,3 Punkte und im ASES-Score 95,0 ± 5,1 Punkte erreicht. Die Reluxationsrate betrug 9 %. Analog zur relevanten Literatur [4] wurde aufgezeigt, dass trotz der guten klinischen Ergebnisse lediglich 12 von 22 (55 %) Überkopfathleten postoperativ ihr ursprüngliches sportliches Leistungsniveau erreichten. Diese Problematik wurde durch die Bestimmung der Sensomotorik und des muskulären Aktivitätsmusters adressiert, wobei postoperativ ein persistierendes sensomotorisches Defizit sowie ein pathologisches EMG-Muster der operierten Seite nachgewiesen wurde. Die Einzelfallanalyse zeigte einen signifikanten Zusammenhang zwischen Restitution der Sensomotorik und Sportfähigkeit, wohingegen die Beziehung zwischen Normalisierung des elektromyografischen Aktivitätsmusters und Sportfähigkeit nicht signifikant war.
© Copyright 2005 Sportverletzung Sportschaden. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Stuttgart 2005
Online-Zugang:https://doi.org/10.1055/s-2005-858214
Jahrgang:19
Heft:2
Seiten:72-76
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch