Der AST als wichtiges Meßinstrument der Leistungsfähigkeit im Grundschulalter
"Wozu soll ich denn die Kinder andauernd testen und mit anderen Kindern vergleichen?" - Diese Frage war Hauptstreitpunkt bei der Diskussion um die sinnvolle Nutzung von Sportmotorischen Tests und dem AST im besonderen. Zu unrecht wurde diese Frage ja nicht gestellt, denn schließlich werden die Kinder noch oft genug getestet, beurteilt und benotet, so daß man in einer freiwilligen Schülersportgemeinschaft, die die Sportmotorische Grundausbildung ja darstellt, durchaus darauf verzichten könnte und auch im normalen Schulbetrieb diese Tests nicht unbedingt machen müßte. Falls ein Kind nämlich klein und schmächtig im Vergleich zu seinen Mitschülern ist und keine guten Werte im Sprint oder im Medizinball-Weitstoß erreicht, könnte man ja auch sagen, daß diese Erkenntnis auch ohne Test ans Tageslicht gekommen wäre. Wahrscheinlich ist dem auch so, allerdings kann schlecht festgestellt werden, ob ein Kind sich im Laufes eines oder mehrerer Jahre im Gegensatz zu seinen Mitschülern mehr verbessert, bzw. wie hoch der Unterschied zur ganz normalen bzw. natürlichen Leistungsverbesserung ist. Ob die Kinder nun an einer Sportmotorischen Grundausbildung teilnehmen oder nicht, haben wir durch die verschiedenen Auswertungsmöglichkeiten gezeigt, daß diese Jahresentwicklung bzw. die Entwicklungsanalyse über 4 Jahre durchaus interessante Ergebnisse liefert und auch in der Gruppenanalyse durchaus Folgerungen für eine entsprechende Anpassung des Trainings- bzw. Unterrichtsprogramms zuläßt. Die exemplarische Darstellung der Ergebnisse aus der Sportmotorischen Grundausbildung, lassen sich ohne Probleme auf andere Gruppenübertragen, wie z.B. Fußball- oder Tennismannschaften, die diesen Test natürlich ebenfalls durchführen müßten. Da dieser AST von BÖS / WOHLMANN eigentlich für den Deutschen Tennis-Bund entwickelt wurde, wird auch hier nochmal das breite Einsatzgebiet des AST deutlich. Der AST ist wie jeder andere Test nicht vor Ergebnis-Manipulation sicher. So sollten die einzelnen Testaufgaben mit den Kindern weder vor dem Test geübt werden, noch im Jahr zwischen den Tests gezielt trainiert werden, was vor allem für die koordinativen Bereich gilt, wo dann Leistungsverbesserungen im Test vorhanden wären, jedoch der AST als ganzer leistungsbestimmender Test seine Allgemeingültigkeit verliert. Abschließend kann man nur noch sagen, daß der AST in unseren Augen ein gelungener Sportmotorischer Test ist, der mit relativ kleinem Aufwand durchgeführt werden und durchaus aussagekräftige Ergebnisse für den Leistungsstand, aber vor allem für die Leistungsentwicklung der Kinder im Vergleich zu Gleichaltrigen liefert.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Nachwuchssport Trainingswissenschaft Schulsport |
| Sprache: | Deutsch |
| Online-Zugang: | http://www.muenster.de/~westphal/ast.pdf |
| Dokumentenarten: | Forschungsergebnis |
| Level: | hoch |