Erarbeitung eines neuen Testmodells zur Bestimmung der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit im Schulsport
In zwei Arbeitsschritten wurde versucht, eine schulrelevante Testform für die Bestimmung der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit zu erstellen. Resultierend aus trainingswissenschaftlichen Überlegungen ist mit dem Atemkontrolltest AKT12 eine Testform konzipiert worden, die eine differenziertere Einschätzung der aeroben Ausdauer zulassen soll, als dies mit den derzeit in der Schule angewandten Formen der Leistungserhebung möglich ist. Es handelt sich dabei um einen Lauftest über 12 Minuten, wobei die Belastungsintensität durch Vorgabe eines 3-Schritt-Atemrhythmus nach oben beschränkt wird. In der ersten Phase wurde der AKT12 in einer Projektarbeit mit drei anderen Ausdauerleistungstests verglichen: 1000-m-Lauf und 12-Minuten-Lauf wurden als Vertreter der derzeit in der Schule praktizierten Ausdauertests ausgewählt und außerdem ein 60-Minuten-Lauf als zuverlässiges Vergleichsmaß zur Beurteilung der aeroben Ausdauer einbezogen. 16 männliche Schüler der 7. Jahrgangsstufe beendeten das Testprogramm mit den genannten vier Tests. Der Verlauf der Herzfrequenzen während der Läufe wurde mittels moderener Pulsaufzeichnungsgeräte registriert. Die Laufgeschwindigkeiten wurden berechnet, die durchschnittlichen und maximalen Herzfrequenzen, sowie der Erholungspuls nach 90 s aus den Herzfrequenzaufzeichnungen der Tests ermittelt. Es zeigte sich, daß 1000-m-Lauf und 12-Minuten-Lauf mit fast identischen Intensitäten gelaufen werden. Der Atemkontrolltest liegt sowohl hinsichtlich der durchschnittlichen Laufgeschwindigkeiten wie auch der durchschnittlichen Herzfrequenzen im Bereich des 60- Minuten-Laufs. Bezüglich der maximalen Herzfrequenzen wurden beim 1000-m-Lauf und 12-Minuten-Lauf erheblich höhere Werte als beim Atemkontrolltest und 60-Minuten-Lauf festgestellt. In einer zweiten Phase wurde überprüft, ob der AKT12 den schulpraktischen Ansprüchen genügt. Er kann durchaus in einer 45-Minuten-Schulstunde durchgeführt werden. Bei entsprechender Organisation ist es möglich, in zwei Durchgängen den Schritt-Atemrhythmus im Wechsel durch einen Laufpartner kontollieren zu lassen. Ein Nichteinhalten der Vorgabeäußert sich in Geschwindigkeitsänderungen während des Laufs. Ferner wurde versucht, eine Leistungstabelle für den AKT12 in der 7. Jahrgangsstufe zu erstellen. Wenn man davon ausgeht, daß die Ergebnisse auch auf andere Jahrgangsstufen übertragbar sind, ist der AKT12 in der praktizierten Form eine sinnvolle Verbesserung der Leistungserhebung der aerboben Ausdauer in der Schule. Da keine Ausbelastung stattfindet, kann der Test auch ohne weiteres als Eingangstest für gesundheitsorientierte Ausdauerprojekte eingesetzt werden. Auch das in den Inhalten des Fachlehrplans Sport für die 7. Jahrgangsstufe vorgeschlagene selbständige Feststellen der eigenen aeroben Leistungsfähigkeit über den 12-Minuten-Test wäre mit dem AKT12 aus pädagogischen Gründen sinnvoller und realitätsbezogener. Das wichtigste Argument für die Verwendung einer solchen Testform ist jedoch die Tatsache, daß der AKT12 durch die Vermeidung anaerober Belastungsanteile die negativen Körpererlebnisse ausschaltet, die viele Schüler daran hindern, mit Ausdauerlaufen eine der gesundheitlich wertvollsten Lifetimesportarten für sich zu entdecken.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Nachwuchssport Schulsport |
| Sprache: | Deutsch |
| Online-Zugang: | http://www.tsvgerbrunn.de/trainingslehre/zula2Internet.html |
| Dokumentenarten: | Diplomarbeit |
| Level: | mittel |