Vergleich von zwei Testverfahren zur Ermittlung des Laktat-Intensitäts-Zusammenhangs im Laufausdauerbereich

Einleitung In der sportartspezifischen Diagnostik und der damit verbundenen Trainingssteuerung von ausdauerabhängigen Sportarten sind Feldstufentests (FSTs) zur Ermittlung der Laktat-Intensitäts-Zusammenhänge auf breiter Basis akzeptiert. Um nicht nur valide Aussagen über die aktuelle Leistungsfähigkeit zu bekommen, sondern auch praxistaugliche Intensitätsvorgaben für das Training machen zu können, sollen die bei einem FST ermittelten Laktatwerte intensitätsspezifisch maxLass-Werte (HECK 1990) ausreichend genau repräsentieren (Quasi-max Lass). Damit bewegen sich typische Testprotokolle zwischen laktatspezifischen und ökonomischen Erwägungen. Ein öfter angewendeter "Kompromiß" im Bereich der Laufausdauer ist der FST2000 (5x2000m). Für Routineuntersuchungen, insbesondere in der Mannschaftssportart Fußball, ist dieser Test als zu lang zu bewerten. In einer früheren Untersuchung lieferte eine einfache Testverkürzung (FST1200, 5x1200m) nur teilweise zufriedenstellende Ergebnisse. Es wurde vor allem angenommen, daß eine Eingangsstufe von 1200m zu kurz ist, um den aeroben Stoffwechsel ausreichend zu aktivieren und damit intensitätsbezogen hinreichend genaue Laktatwerte zu erhalten. Aus diesem Grund sollte in einer Folgeuntersuchung eine weitere Veränderung vorgenommen werden (FST2012, 1x2000m 4x1200m). Als Untersuchungsziel ergab sich damit der Vergleich von FST2000 und FST2012 im Hinblick auf Unterschiede im Laktat-Intensitäts-Zusammenhang. Methodik An der Untersuchung nahmen vier weibliche und 7 männliche Probanden (regionale Klasse Mittel-/Langstrecke, Triathlon, Marathon) teil. Sie absolvierten im Abstand von sieben Tagen in randomisierter Reihenfolge den FST2000 und den FST2012. Die Anfangsgeschwindigkeiten wurden individuell bestimmt, die Belastungszeiten reduzierten sich um 20s/1000m pro Stufe. Als Meßparameter diente aus Kapillarblut bestimmtes Laktat. Ergebnisse und Diskussion Die erste Stufe führt bei den beiden Testverfahren zu nahezu gleichen Laktatwerten. Bis Stufe 4 ergeben sich nur geringe, trainingspraktisch zu vernachlässigende Unterschiede. Lediglich auf der fünften Stufe wird bei der längeren Stufe deutlich mehr Laktat produziert, was sich mit der zeitabhängigen Laktatakkumulation oberhalb der maxLass-Intensität erklären läßt. Die Ergebnisse zeigen, daß der FST2012 im Bereich trainingsrelevanter Intensitäten, die mit Laktat sinnvoll angesteuert werden können (unterhalb des maxLass), eine praktisch gleichwertige Alternative zum FST2000 darstellt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1998
Online-Zugang:http://www.tu-darmstadt.de/fb/fb3/sport/veranst/bei/schlum_1.htm
Dokumentenarten:Kongressband, Tagungsbericht
Level:hoch