4004789

Sportverletzungen am Auge

Im Gegensatz zu Arbeitsunfällen haben in den letzten 100 Jahren Freizeitverletzungen am Auge deutlich zugenommen. Der vorliegende Artikel gibt zunächst eine epidemiologische Übersicht, wozu aus den USA sehr gute Daten vorliegen. Bei den Schädigungsmechanismen muss man bei einer Kontusion des Augapfels zwischen harten und luftgefüllten Fremdkörpern differenzieren. Letztere führen zum sogenannten Kontusionstrauma. Prinzipiell können alle Strukturen des Auges durch Sporttraumen betroffen sein. Während penetrierende Verletzungen meist operativ versorgt werden müssen, sollten kontusionale Augenverletzungen zunächst zu einer Ruhigstellung beider Augen führen. Bei der Betrachtung spezifischer Sportarten sind im europäischen Bereich neben Fussballverletzungen vor allen Dingen in der neueren Zeit Squashverletzungen in den Blickpunkt getreten. Typische Verletzungen resultieren auch beim Eishockey, Baseball, Basketball und besonders schwere Verletzungen durch Golfbälle und durch das Boxen. Derzeit besteht die wichtigste Rolle des Ophthalmologen, zumindest in Deutschland, in der Prävention von Augenverletzungen durch Sport und somit in der Identifizierung von Risikosportarten. Dass durch gezielte Beeinflussung oderÄnderung der Regeln die Inzidenz von Augenverletzungen drastisch gesenkt werden kann, wurde in den letzten 20 Jahren beim Eishockey demonstriert. Es gilt jedoch weiterhin, dass 90% der Unfälle durch präventive Massnahmen, wie Schutzbrille oder Maske verhindert werden können.
© Copyright 2000 Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. WWF-Verlagsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Englisch Deutsch
Veröffentlicht: 2000
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2000/heft11/a05_1100.pdf
Jahrgang:51
Heft:1
Seiten:273-277
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel