4004662

Dopingkontrollen und aktueller Stand der Nachweismethoden

Nach Todesfällen im Radrennsport in den 60er Jahren in Verbindung mit der Einnahme von Stimulantien aus der Reihe der Amphetamine wurden 1967 Antidoping-Regeln vonseiten der Sportverbände erlassen. Das Verbot umfasste zuerst nur Stimulantien und Narkotika und wurde im Laufe der Jahre auf die Anwendung von Anabolika, Diuretika, Peptidhormone und Betablocker ausgeweitet. Die Dopingregeln werden durch systematische Dopingkontrollen nach dem Wettkampf oder ausserhalb des Wettkampfes überprüft, wobei mit der Ausnahme der Peptidhormone alle verbotenen Wirkstoffe gut kontrollierbar sind. Fuer EPO wird eine neue direkte Nachweismethode aktuell diskutiert. Vom IOC zugelassene Bestimmungsmethoden basieren mit der Ausnahme der Bestimmung von Peptidhormonen, wobei Enzym-Immuno-Assays angewendet werden, auf chromatographischen Trennverfahren in Verbindung mit einer massenspektrometrischen Detektion (GC/MS = Gaschromatographie / Massenspektrometrie oder LC/MS = Fluessigkeitschromatographie / Massenspektrometrie). Insbesondere im Bereich der effektiv wirksamen anabol androgenen Steroide (AAS), auch Anabolika genannt, konnte die Analytik deutliche Fortschritte durch Einführung der Hochauflösenden Massenspektrometrie zum Langzeitnachweis von körperfremden AAS und der Kohlenstoff-Isotopen-Massenspektrometrie zum Nachweis von Doping mit körperidentischen AAS wie z.B. Testosteron erzielen.
© Copyright 2000 Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. WWF-Verlagsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2000
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2000/heft07_08/a05_07800.pdf
Jahrgang:51
Heft:7+8
Seiten:260-266
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch