Sport und Infekte der oberen Atemwege - Epidemiologie, Immunologie und Einflussfaktoren
Virale oder bakterielle Infekte der oberen Atemwege zählen zu den häufigsten Infektionserkrankungen bei Sportlern und sind neben Verletzungen des Bewegungsapparates die Hauptursache fuer Trainingsausfälle oder Wettkampfabsagen. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass sowohl die Dauer als auch die Intensität der körperlichen Belastung einen wesentlichen Einfluss auf die Infektrate haben. Hochintensive und langanhaltende Belastungen waren mit einer erhöhten Infektneigung assoziiert, waehrend ein moderates Trainingsprogramm das Auftreten von Infekten verhindern konnte. Einige immunologische Veränderungen in der Nachbelastungsphase nach langanhaltender anstrengender körperlicher Aktivitaet waren konsistent und gut reproduzierbar (z.B. Verringerung der NK-Zell Aktivitaet verbunden mit Neutrophilie und Lymphopenie). Das Verhalten anderer Immunparameter zeigte jedoch in Abhängigkeit von Design, Probandenauswahl und Labormethoden deutliche Unterschiede (z.B. Immunglobuline, Monozytenfunktion, Cytokinspiegel). Des weiteren bestand zumeist keine signifikante Korrelation zwischen der sportinduzierten Beeinflussung des Immunsystems und einer verminderten Infektrate. Sowohl bei Nichtsportlern als auch bei hochtrainierten Ausdauerathleten hatten Faktoren wie Stress, Schlafdefizit und Zufuhr von Makro- und Mikronaehrstoffen einen deutlichen Einfluss auf verschiedene immunologische Parameter sowie die Infektinzidenz.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2000
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| Online-Zugang: | https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2000/heft07_08/a03_07800.pdf |
| Jahrgang: | 51 |
| Heft: | 7+8 |
| Seiten: | 244-250 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |