Die Natrium- und Flüssigkeitsbilanz bei Langzeitbelastungen - Konsequenzen für die Ernährung
(Sodium and water balance during longterm exercise - consequences in nutrition)
Störungen des Flüssigkeitshaushaltes können bei Langzeitbelastungen v.a. bei langsameren Athleten sowohl als De- als auch als Hyperhydratation auftreten. Aufgrund großer Unterschiede von Klima- und Umgebungsbedingungen und individuellen Faktoren (Schweißsekretion, Schweißkonzentration) können fixe Empfehlungen zur Flüssigkeitszufuhr nur grobe Anhaltswerte liefern. Wiegemöglichkeiten bei Langdistanzwettkämpfen zur Kontrolle des Körpergewichtes wären dagegen eine einfache Möglichkeit für jeden Athleten, seinen Hydratationszustand individuell zu beurteilen und im weiteren Rennverlauf durch Erhöhung oder Erniedrigung seiner Flüssigkeitszufuhr zu korrigieren. Bei der Beurteilung von Körpergewichtsverlusten muss allerdings berücksichtigt werden, dass bei ausgeglichenem Flüssigkeitshaushalt (Euhydratation) trotzdem pro Stunde ca. 200 g Körpermasse verloren gehen. Natriumverluste treten in erster Linie über den Schweißverlust auf und können bei Belastungen im Bereich von 10 oder mehr Stunden ein erhebliches Ausmaß annehmen (9-15 % des extrazellulären Natriumbestandes!). Auch sie unterliegen einer großen individuellen Schwankungsbreite. Die gegenwärtige Datenlage zeigt, dass der Ersatz verlorengegangenen Natriums neben der Flüssigkeitszufuhr zur Aufrechterhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur Vermeidung gesundheitlicher Störungen im Sinne einer Hyponatriämie und evtl. auch im Sinne von Volumen- und Thermoregulationsstörungen von größerer Bedeutung sein dürfte, als bislang angenommen. Die Zusammensetzung der Wettkampfnahrung, insbesondere ein ausreichender Natriumgehalt in den Rehydratationsgetränken, muss in diesem Zusammenhang mehr Berücksichtigung finden, da die feste Nahrung im Wettkampf in der Regel sehr natriumarm ist. Die Anforderungen an den Na-Gehalt von Rehydratationsgetränken lassen sich bei der gegenwärtigen Datenlage nur anhand der Natriumverluste abschätzen. Eine Größenordnung von 300-800 mg/l erscheint gegenwärtig dafür geeignet und ohne Beeinträchtigung von Geschmacksqualität und Osmolalität des Getränkes realisierbar.
Dtsch. Z. Sportmed., 50(1999)11/12, S. 375-379
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| Subjects: | |
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| Notations: | biological and medical sciences endurance sports |
| Published in: | Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin |
| Language: | German |
| Published: |
1999
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| Online Access: | https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv1999/Heft11/1999_11-12_FLUESSIGKEITSHAUSHALT.pdf |
| Volume: | 50 |
| Issue: | 11/12 |
| Pages: | 375-379 |
| Document types: | article |
| Level: | advanced |