Endothelfunktion und körperliche Aktivität

Blutgefäße sind nicht nur starre Röhren, sondern unterliegen einem differenzierten Regulationsmechanismus, der größtenteils vom Endothel, einer einzelligen Zellschicht, die die Gefäßwand auskleidet, gesteuert wird. Dieses kontrolliert den Vasomotortonus und damit die myokardiale Durchblutung, außerdem steuert es Gefäßsproliferationsprozesse und die lokale Hämostase. Eine Störung der Endothel-vermittelten koronaren Tonusregulation ist ein surrogater Marker für die Progression der Atherosklerose und medikamentöse Strategien, welche die Endothelfunktion verbessern, gehen mit einer verbesserten kardiovaskulären Prognose einher. Sportliche Betätigung ist eine physiologische Möglichkeit, das Endothel mechanisch zu stimulieren. Durch regelmäßige körperliche Belastung wird die Endothel-abhängige Tonusregulation verbessert, dies gilt insbesondere für Patienten, bei denen die endotheliale Regulation aufgrund von Risikofaktoren eingeschränkt ist. Dabei reicht oft schon geringe, jedoch regelmäßige Betätigung aus. Eine höhere Trainingsintensität hat jedoch auch einen stärkeren Effekt. Es ist naheliegend zu spekulieren, dass der Überlebensvorteil, der in Folge körperlicher Aktivität in vielen klinischen und epidemiologischen Studien nachgewiesen werden konnte, auch auf eine Verbesserung der Endothelfunktion zurückzuführen ist. Dtsch. Z. Sportmed., 51(2000)4, S. 118-122
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2000
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2000/heft04/Britten.pdf
Jahrgang:51
Heft:4
Seiten:118-122
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel