Übertraining
Ein generelles Problem im Ausdauertraining stellt das Phänomen des Übertrainings dar. Allerdings sind davon fast ausschließlich
Leistungssportler betroffen. Leider zu oft auch Nachwuchsathleten. Mir sind jedoch auch viel Fälle aus dem Spitzensport bekannt.
In seiner leichten Form führt das Übertraining zu einer Stagnation im Trainingsprozeß. Es ist relativ einfach in den Griff zu bekommen. Fast jeder Leistungssportler hat es schon einmal erlebt. Im fortgeschrittenem Stadium des Übertrainings, kann es zu einer Leistungseinschränkung über mehrere Monate bis zu einem Jahr kommen. Fälschlicherweise werden von den betroffenen Athleten die Ursachen für den Einbruch, oft an anderer Stelle gesucht. Bestimmte Symptome, wie Ernährungsdefizite oder Mangelerscheinungen müssen als Ursache herhalten. Man versucht diese Defizite auszugleichen, setzt das Training jedoch unverändert fort. Dadurch verbessern sich bestenfalls diese Einzelsymptome vorübergehend, das generelle Leistungstief bleibt jedoch bestehen.
Definition des Übertrainings
Unter Übertraining versteht man einen Ermüdungszustand, der sich durch eine normale Erholung nicht mehr beseitigen läßt. Er tritt in Folge einer Anhäufung großer Belastungsreize, bei unzureichender Regeneration auf. Das Verhältnis von Be- und Entlastung ist nachhaltig gestört. In seiner fortgeschrittenen Form kommt es zu chronischer Leistungseinschränkung mit Zusammenbruch des Immunsystems, hormonellen Veränderungen und auch Depressionen.
Jedoch ist der Zustand des Übertrainings nicht mit einer vorübergehenden Ermüdung nach harten Trainingseinheiten zu verwechseln. Das
Übertraining tritt erst auf, wenn viele (zu) harte Einheiten, bei unzureichender Erholung, durchgeführt werden. Da es Ziel des leistungssportlichen
Trainings ist, mit harten Trainingsbelastungen eine große Anpassung und daraus resultierender Leistungssteigerung zu erreichen, gibt es nur
einen sehr geringen Abstand zwischen optimaler Belastung und der Überbelastung. Das Problem für den leistungorientierten Athleten ist es also,
eine ausreichend harte Belastung bei optimaler Erholung zu realisieren. Unter innerem, wie äußerem Leistungsdruck, neigt der ehrgeizige Athlet
oft zur Übertreibung.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Online-Zugang: | http://members.aol.com/hklimmer/uebert.html |
| Dokumentenarten: | elektronische Publikation |
| Level: | mittel |