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Sport und Immunsystem

Akute Belastung führt katecholamin- und cortisolabhängig zu einer Mobilisierung weißer Blutzellen. Am ausgeprägtesten ist die Reaktion der NK-Zellen, einer Lymphozytensubpopulation, die wenige Sekunden nach Belastungsbeginn ansteigt und nach Belastung um mehr als das 5 fache vermehrt sein kann. Zusätzlich kommt es zu einer schwachen Akutephasereaktion. Die meisten Veränderungen sind unspezifisch und normalisieren sich innerhalb von 24 h, einzelne, besonders humorale Parameter können auch nach 72 h noch diskret von den Vorbelastungswerten abweichen. Regelmäßige Bewegung, wie sie für Sport typisch ist, führt nur zu geringen Abweichungen immunologischer Meßwerte unter Ruhebedingungen. Epidemiologische Untersuchungen legen nahe, daß die Infekthäufigkeit bei Sportlern mit einer j-Kurve beschrieben werden kann, was bedeutet, daß mäßige Aktivität den günstigsten Einfluß hat. Für diese Veränderungen der Häufigkeit von Atemwegsinfektionen werden vor allem funktionelle Veränderungen des Immunsystems verantwortlich gemacht. Nach intensiven, besonders exzentrischen Belastungen können in der Regenerationsphase Zellen des Immunsystems in der Muskulatur nachgewiesen werden, die hier destruiertes Gewebe phagozytieren und abbauen. Über die Rolle des Immunsystems bei akuten und chronischen Überlastungen von bradytrophen Geweben ist nur wenig bekannt.
© Copyright 1997 Die Orthopädie. Springer. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Die Orthopädie
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1997
Online-Zugang:https://www.springermedizin.de/exercise-and-immunology/7949194
Jahrgang:26
Heft:11
Seiten:976 - 980
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel