EEG im Sport. Kortikale Aktivität im topographischen EEG durch sportliche Beanspruchung
Seit einigen Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass zentralnervöse Aktivierung sowie der Psyche zugrunde liegende hirnphysiologische Verarbeitungsprpozesse ebenso bedeutende Faktoren sportlichen Erfolgs sind wie die physischen Grundlagen mit Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Flexibilität. Dabei geht es in erster Linie darum, einen adäquaten Funktionszustand des Zentralnervensystems während sportlicher Belastung zu erreichen.
Der Messung dieser Zustände unter Einsatz der nichtinvasiven Oberflächen-Elektroenzephalographie (EEG) als bioelektrisches Äquivalent der Gehirntätigkeit wendet sich die vorliegende Arbeit zu.
Im Rahmen der Untersuchung wurden vier unterschiedliche Belastungsstudien durchgeführt:
- 45-min-Lauf mit zwei Belastungsintensitäten
- Feldstufentest mit fünf Belastungsstufen
- Fahrradergometertest mit fünf Belastungsstufen
- Fahrradergometerbelastung mit 4minütiger Maximalbelastung und nachfolgender 30minütiger submaximaler Belastung.
Bei diesen Tests wurde eine ausreichende Reproduzierbarkeit der belastungsinduzierten Veränderung der spektralen Leistung festgestellt. In Abhängigkeit von der Belastungsintensität und -länge wurden Veränderungen im topographischen EEG festgestellt, wobei es insbesondere zu signifikanten Veränderungen bei zunehmender Belastungsintensität kam. Die Dichte der schnelleren Frequenzbereiche auf der Grundlage quantitativer topographischer Maps der spektralen Leistungsdichte (Leistung / Bandbreite des Spektrums) wurde als wesentlicher Indikator der individuellen psychophysiologischen Beanspruchung ermittelt.
Interessant ist auch die Erkenntnis, dass es einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen der belastungsinduzierten Laktatkonzentration und der Theta-, Alpha1-, Alpha2- und Beta1-Leistung im Anschluss an den 45minütigen Lauf und nach Erholung. Außerdem wurde eine signifikant negative Korrelation zwischen der prozentualen Alpa2-Leistung und der Ammoniakkonzentration nach den beiden höchsten Belastungsintesnitäten beim fahrradergometrischen Stufentest festgestellt.
Insgesamt bereichert die Untersuchung die Kenntnisse zu zentralnervalen Aktivierungsprozessen unter Belastung wesentlich und gehört deshalb in die Hand aller Sportstudierenden und Sport- und Trainingswissenschaftler.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2001
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| Schriftenreihe: | Forum Sportwissenschaft, 6 |
| Seiten: | 169 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |