Motorische Entwicklung in der Lebensspanne. Warum lernen und optimieren manche Menschen Bewegungen besser als andere?

Die zentrale Frage, die sich der Autor stellt lautet: "Warum lernen und optimieren manche Menschen Bewegungen besser als andere?" Dabei wendet sich die Arbeit sowohl dem traditionellen Prädikator des chronologischen Alters zu, bleibt aber dabei nicht stehen, sondern untersucht auch weitere Faktoren - z.B. Wachstum und Reifung, psychische und kognitive Faktoren, koordinatives und informationell determiniertes Fähigkeitsniveau, Bewegungsbiographie - der intraindividuellen Veränderung und interindividuellen Verschiedenheiten von Menschen. Dabei geht es ihm in seinem innovativen Forschungsansatz um Veränderungen der motorischen Lern-/Optimierungsfähigkeit und der Trainierbarkeit und weniger um zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichte motorische Fertigkeitsniveaus. Die theoretischen Grundlagen seiner Arbeit werden in den Kapiteln 1 und 2 vorgestellt. Es zeigte sich aber, dass die bisher bei derartigen Untersuchungen verwendeten Theorien nicht in der Lage waren, die Bedingungsfaktoren, Wirkungsmechanismen und -beziehungen adäquat widerzuspiegeln, da sie sich stets selektiv auf einzelne Faktoren konzentrierten. Aus dieser Erkenntnis leitet Wollny die Notwendigkeit ab, innovativ nach neuen theoretischen Ansätzen zu suchen und findet dafür interessante Vorarbeiten bei BALTES (1979, 1990 und BAUR (1989). Hierauf aufbauend entwickelt er den eigenen Forschungsansatz, um interindividuelle Differenzen in sportmotorischen Optimierungsleistungen aufzuhellen. Dazu wurden entsprechende Tests mit der Methode des EMG, des Hoffmann-Reflexes sowie eines kontrollierten Anfänger-Technik-Lerntrainings im Tischtennis (Probanden im Alter von 10 bis 59 Jahren) durchgeführt. Dabei zeigt sich, dass die vielfach anzutreffende Meinung, dass die größte Potenz bezüglich der motorischen Optimierungsfertigkeit im Kindes- und Jugendalter liegt, zu relativieren und stärker in den Kontext von Bewegungserfahrungen in der individuellen Biographie zu setzen ist. Die Bedeutung des Lebensalters wurde dahingegen bisher eher überschätzt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Schorndorf 2002
Ausgabe:Schorndorf: Hofmann, 2002.- 322 S. (Wissenschaftliche Schriftenreihe des Deutschen Sportbundes; Bd. 31)
Schriftenreihe:Wissenschaftliche Schriftenreihe des Deutschen Sportbundes, 31
Seiten:322
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel