Macht Bewegung wirklich schlau? Zum Verhältnis von Bewegung und Kognition

Die Frage "Macht Bewegung wirklich schlau?" kann offensichtlich nicht einfach mit ja oder nein beantwortet werden. Entgegen der Annahme, dass es hierfür Beweise im Sinne von wissenschaftlich abgesicherten Studien gäbe, macht die Autorin deutlich, dass es zwar Hinweise dafür gibt, dass bestimmte Formen des Trainings, zumeist der Ausdauer, die sogenannten exekutiven Funktionen wie Arbeitsgedächtnis, Inhibition und kognitive Flexibilität verbessern können, aber das es auch zusammenfassende Arbeiten zur Auswirkung von Bewegung auf die Kognition bei älteren Menschen gibt (Young, Angevaren et al., 2015), die keinen positiven Effekt zeigen können. Dabei ist diese Erkenntnis gar nicht so neu. Schon der römische Dichter Juvenal hatte sein "Mens sana in corpore sano" eher als Wunsch formuliert, dem die sportlichen Idole seiner Zeit, deren geistige Fähigkeiten seiner Meinung nach häufig hinter den körperlichen zurücktraten, in keiner Weise entsprachen, wobei er jedoch nicht soweit ging, die geistigen Defizite als Folge übermäßiger Bewegung zu kennzeichnen. Auf der Grundlage umfangreicher Recherchen in den Datenbanken Pubmed und Medline hat die Autorin versucht, den aktuellen Wissensstand so genau wie möglich darzustellen. In insgesamt 9 Kapiteln werden wesentliche Aspekte der Fragestellung behandelt und insgesamt der Eindruck vermittelt, dass Bewegung, richtig eingesetzt zwar für den Geist einiges verbessern kann, aber bei Weitem kein "Allheilmittel" ist. Im ersten Kapitel wird die Problematik der Bewegung im Zusammenhang mit unserer medienorientierten, eher bewegungsarmen Lebensweise beschrieben und klar gemacht, was im vorliegenden Buch unter "Bewegung" und "Schlauheit" verstanden wird. Kapitel zwei verschafft einen Überblick über bestimmte Teilgebiete von Bewegung und Kognition. Wie das Gehirn Bewegung und Kognition initiiert und verarbeitet, wird in den Kapiteln drei und vier beschrieben. Kapitel fünf gibt eine Literaturübersicht zum Zusammenhang von Bewegung und Kognition. In Kapitel sechs werden andere, die Kognition beeinflussende Faktoren beschrieben. Kapitel sieben widmet sich eingehend dem Thema Sport und Alter. Dabei wird unter anderem der Frage nachgegangen, ob Sport tatsächlich vor Demenz schützt. Mit dem Phänomen, dass unser Denken und Fühlen im Körper sichtbar wird und umgekehrt, beschäftigt sich das Kapiter acht, während Kapitel neun den Einfluss von Bewegung auf Emotionen untersucht. Der Einfluss der Bewegung im schulischen Kontext steht im Mittelpunkt des letzten Kapitels. Dabei wird das Thema "Bewegte Schule" aufgegriffen und der Frage nachgegangen, welche Ansätze es in der Realität gibt, um mehr Bewegung in die Schulen zu bringen. Jedes Kapitel endet mit einer Zusammenfassung. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis sowie ein Personen- und Sachregister runden das Werk ab und erleichtern die Orientierung.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bern Hogrefe Verlag 2016
Seiten:304
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch