Born to walk - Den natürlichen Gang neu entdecken. Wie Faszien unsere Bewegungen steuern
James Earls beschäftigt sich mit dem Prinzip des aufrechten Gangs. Es beschreibt die richtige Art zu gehen und die zugrunde liegenden biomechanischen Prinzipien. Das Fasziennetz des Körpers steht dabei im Fokus. Der Autor verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und sieht den Körper als Summe verknüpfter Einzelteile an. James Earls Ziel ist es, dem Menschen einen effizienten, natürlichen Gang wiederzugeben, der von vornherein in der Evolution begründet liegt. Viele Jahrhunderte lang diente der menschliche Körper als Modell für die Architektur.Er wurde als Inspirationsquelle für die Architektur genutzt, aber auch der umgekehrte Prozess fand statt, Erkenntnisse aus der Architektur und die Vorstellung von Bausteinen und Mörtel wurden auf die Anatomie übertragen. Hier liegt das Problem bei unserer traditionellen Analyse von Anatomie. Für uns ist es ein ganz natürliches Konzept, einen Stein auf den anderen zu setzen - die meisten von uns haben dieses Expenment durchgeführt, seitdem sie sitzen konnten und begannen, mit Bauklötzen zu spielen. Die Beziehung zwischen Schwerkraft, Trägheit und Gleichgewicht ist eine der ersten Konstanten der Welt, die wir lernen. So, wie wir den Körper nutzten, um Architektur zu beleuchten, nutzten wir über die Jahrhunderte hinweg auch unser Verständnis von Architektur, um Experimente mit dem Körper zu beleuchten. Erkenntnisse aus beiden Disziplinen haben einander geprägt. In vielen Anatomiebüchern wird immer noch das Bausteinprinzip verwendet, um den menschlichen Körper zu veranschaulichen. In der strukturellen Integration ist es ebenfalls eine weit verbreitete Darstellungsweise, so auch bei deren Begründerin, Dr. Ida Rolf. Die Sprache der Ingenieurswissenschaften hat mit Begriffen wie Hebel, Tragarm, Kraftepaar, Träger oder Aufhängung Einzug in den anatomischen Wortschatz gehalten. Das verführt natürlich dazu, Anatomie auf dieselbe Weise wie die von Menschen geschaffene Welt um uns herum zu betrachten.
Um ein System zu verstehen, muss man die Verbindungselemente verstehen. Das universelle Verbindungselement im menschlichen Körper ist das Fasziengewebe. Diesem Bestandteil unseres Körpers wurde früher kaum Beachtung geschenkt, obwohl es sich dabei um ein großartiges, vielschichtiges Material handelt, das Organe sowohl miteinander verbindet als auch voneinander trennt sowie unsere innere Beweglichkeit stabilisiert und erleichtert. Nun, im 21. Jahrhundert, wird dem Fasziensystem endlich die Beachtung geschenkt, die es verdient. Das ist der Arbeit vieler Pioniere zu verdanken, unter ihnen Ida Rolf (1896-1979) und ihren zahlreichen Studenten, vor allem Thomas Myers, der mit Anatomy Trains einen umfangreichen Überblick über Faszien entwickelte.
Ziel dieses Buches ist es, zu zeigen, dass der menschliche Körper nicht auf Grundlage des Modells gestaltet ist, das der Welt der Maurer entlehnt wurde und das da Vinci in seinem vitruvianischen Menschen so wunderbar einfing. Der Autor möchte ein Modell entwickeln, das sich als weitaus informativer und befriedigender herausstellen wird, eines, in dem sich der gesamte Körper an die Bewegung des Gehens anpassen und sie unterstützen kann, und eines, das veranschaulicht, wie wir die energiesparenden Mechanismen unserer Anatomie nutzen.
Das Buch ist mit zahlreichen anatomischen Zeichnungen sowie vielfältigen Übungen ausgestattet und eignet sich sowohl für Studenten und Sportwissenschaftler, als auch für Trainer, Kursleiter und Sportinteressierte.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Tagging: | Faszien |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Aachen
Meyer & Meyer
2016
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| Online-Zugang: | https://www.amazon.de/s?k=Born%20to%20walk%20-%20Den%20natuerlichen%20Gang%20neu%20entdecken.%20Wie%20Faszien%20unsere%20Bewegungen%20steuern |
| Seiten: | 253 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |