Kooperation von Schule und Verein in Bayern. Problematik und Hemmnisse bei der Realisierung von Ganztagsangeboten aus Sicht von Sportvereinen
Mit dem Wechsel in der deutschen Schulpolitik im Ergebnis der PISA-Studie aus dem Jahr 2000 wurden Ganztagsangebote in verstärktem Maße wieder in die Bildungslandschaft aufgenommen. Diese verfolgten und verfolgen zwei Ziele: Eine intensivierte Komptenzentwicklung und die Nutzung positiver Einflüsse von Ganztagsangeboten auf die Sozialisiation der Schülerinnen und Schüler.
Einem ganzheitlichen Lern- und Handlungsansatz folgend sind Schulen in allen Bundesländern aufgefordert, vielfältige Formen der Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Organisationen in ihrem lokalen und regionalen Umfeld aufzubauen, um sportliche, kulturelle, musische und kreative Bildungsinhalte verstärkt anbieten zu können. In diesem Zusammenhang ist die Kooperation von Schulen mit ortsansässigen Sportvereinen eine der am häufigsten anzutreffenden Formen. Die dem Sport innewohnenden Bildungspotenziale (wie ein positiver Einfluss auf Sozialverhalten, Persönlichkeitsentwicklung, körperlich-motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten) sollen und können darüber in strukturierter Form angeboten und von einer Vielzahl von Mädchen und Jungen genutzt werden.
Am Beispiel der aktuellen Situation in Bayern werden der Entwicklungsstand der Kooperation zwischen Schule und Sportverein wie auch die inhaltlichen Schwerpunkte, die in dieser Kooperationsform angeboten werden, vorgestellt.
Den Ausgangspunkt bildet eine kompakte Analyse der Situation in Deutschland insgesamt und der Aktivitäten und Initiativen, die in verschiedenen Bundesländern unternommen worden sind.
Die Präsentation des aktuellen Entwicklungsstandes in Bayern, der sich auf umfassende Befragungen unter jeweils 1.000 Schulleitern (Antworten lagen vor von 139) und Vertretern bayerischer Sportvereine (Antworten lagen vor von 117) gründet, bildet den inhaltlichen Hauptteil der Arbeit. Das selbst formulierte Ziel bestand darin, den Ganztagsschulmarkt in Bayern besser kennenzulernen, ihn zu analysieren und zukünftige Potenziale gerade an der Schnittstelle zwischen Schule und Sportverein zu erkennen, aber auch Probleme und Hindernisse für eine solche Kooperation zu erkennen und zu beschreiben.
So konnten die Ergebnisse der Analysen einerseits ein bereits gut entwickeltes Angebot von Sportvereinen an Schulen zeigen, das aber in vielen Fällen nicht nachhaltig und zielgerichtet war und oftmals von immer wieder auftretenden Problemen begleitet war und ist. Eines der zentralen Thermen ist in diesem Zusammenhang die Ausbildung und der Einsatz von fachlich entsprechend qualifiziertem Personal, um die Bildungsziele auch tatsächlich erfüllen zu können. Gerade in kleineren Sportvereinen kommt es hier schnell zu Engpässen, die zu nicht erwünschten Kompromissen führen können.
Weiterhin scheinen die Vereine (und Schulen) oftmals ohne Führung zu agieren, sind die engagierten Personen bei der Planung, Ausgestaltung und Umsetzung solcher Angebote nicht selten auf sich selbst gestellt, da eine fachliche Beratungseinrichtung bisher nicht eingerichtet wurde. Hier könnten deutliche Fortschritte erreicht werden, wenn Bildungseinrichtungen und Sportorganisationen Unterstützung angeboten werden könnte, um für beide Seiten eine Win-Win-Situation zu erzeugen und kein Gefühl aufkommen zu lassen, dass man sich in einem Verdrängungswettbewerb befindet. Durch eine beratende Einrichtung könnten auch Bedingungen formuliert werden, die in Schulen und Sportvereinen erfüllt sein müssen, damit eine nachhaltige und kompetenzfördernde Kooperation tatsächlich gelingen kann.
Im Anhang der Arbeit wird ein interessantes Zahlenmaterial aus den Befragungen zur Verfügung gestellt, das sich mit der Größe von Sportvereinen, Einwohnern in deren jeweiligen Einzugsgebieten, bereits bestehenden Kooperationen mit Sportvereinen, dem aktuellen Zufriedenheitsniveau mit dieser Zusammenarbeit, den Organisationsformen der Kooperationsangebote, deren Finanzierung und zu den erlebten Problemen und Hemmnissen bei der Planung und Umsetzung von Kooperationsangeboten befasst. Ebenfalls vorgestellt werden die erhobenen Daten zur Bewertung zwischen Chancen, Potenzialen, Risiken, die sich aus der Zusammenarbeit von Schule und Sportverein für beide Seiten ergeben (können).
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | school sport theory and social foundations management and organisation of sport junior sports |
| Language: | German |
| Published: |
Hamburg
Disserta Verlag
2015
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| Pages: | 132 |
| Document types: | book |
| Level: | advanced |