Ordnung in der Vielfalt - Klassifikation sportmotorischer Aufgaben
Der Sport erweist sich bei genauerer Betrachtung als ein "weites Feld". Formen sportlicher Betätigung werden immer zahlreicher und entwickeln sich überdies außerordentlich dynamisch. Schon im umgangssprachlichen Gebrauch ist es schwierig zu bestimmen, was Sport eigentlich ist, ob Sport etwa mit Bewegung gleichzusetzen ist und unter welchen Bedingungen eine Tätigkeit zum Sport avanciert. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es zahlreiche Ansätze, dem Gegenstandsbereich Sport eine innere Ordnung zu verleihen, Klassifikationen einzuführen und Abgrenzungen gegenüber anderen Bereichen vorzunehmen. Es existieren zahlreiche Nominalgliederungen, von denen einige einen mehr oder weniger direkten Sportartenbezug aufweisen. In der Sportwissenschaft gibt es zahlreiche Versuche, durch Gruppenbildung Ordnung in die Vielfalt der Sportarten zu bringen und Schlussfolgerungen für das Lehren und Lernen sowie das Üben und Trainieren im Sport zu ziehen. Die Autoren wollen die bisherigen Ansätze um einen neuen Blickwinkel erweitern, in dem sie sportliches Leisten, das Leistungsstreben und den sportlichen Leistungsvergleich zum übergreifenden Zielaspekt ihrer Klassifikation machen. Sie gehen dabei von der Struktur der sportmotorischen Aufgaben aus. Solche Aufgaben werden in den Sportarten gestellt und durch sportmotorisches Handeln gelöst. Ihre konstituierenden Bausteine sind die Handlungsziele und die Bedingungen, unter denen gehandelt wird. Die sportmotorischen Aufgaben sind im Detail nicht zu überblicken, wohl aber die Ziele einerseits und die Bedingungen anderseits. Es gelingt, acht Klassen von Zielen und sieben Bedingungsklassen zu abstrahieren und zu beschreiben. Die Handlungen zur Aufgabenlösungen bleiben absichtlich unberücksichtigt. Trotzdem werden, von den klassifizierten Aufgaben ausgehend, die besonderen Anforderungen an Taktik und Technik unter Verwendung von Beispielen aus den Sportarten diskutiert.
Die Klassifikation ordnet sportmotorische Aufgaben vollständig und eindeutig. Die gewählte Vorgehensweise ist geeignet, auch neue, bisher unbekannte Aufgabenstellungen einzubeziehen. Außerdem lassen sich die Ziel- und Bedingungsklassen weiter ausdifferenzieren. Schließlich kann versucht werden, den gewählten Klassifikationsansatz auch für Aufgaben mit anderen vordergründigen Zielen, etwa des Lehrens, Lernens, Übens und Trainierens anzuwenden. Einige aussagekräftige Grafiken und Sportfotos lockern den mit 138 Seiten plus Literaturverzeichnis doch recht umfänglichen Text auf, der zwar zahlreiche Beispiele und Details anbietet, am Ende jedoch auf eine Zusammenschau verzichtet und den Leser ohne einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze in die Vielfalt der Wirklichkeit entlässt.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Verlag Dr. Kovac
2016
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| Schriftenreihe: | Schriften zur Sportwissenschaft, 134 |
| Seiten: | 143 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |