Essstörungen im Sport. Körperkult, Schlankheitswahn, Anorexia athletica

Schönheitsideale sind in jeder Epoche Maßstab und erstrebenswerte Zielvorstellung für viele Menschen. Insbesondere Frauen unterliegen dem Bestreben, dem aktuell gültigen Schönheitsideal zu entsprechen, beispielsweise durch Kleidung und Schmuck aber auch durch direkte Veränderungen des Körpers und sogar einschneidende Praktiken zur Körpermodifikation. Damit streben sie eine Attraktivitätssteigerung aber auch eine gewisse soziale Zugehörigkeit an. Seit dem 20. Jahrhundert gilt der schlanke, jugendliche, gebräunte Körper als Schönheitsideal. Allerdings gab es in den letzten Jahren eine bedenkliche Tendenz zur Übertreibung. Befördert u. a. durch zahlreiche Fernsehshows und Modejournals wurde insbesondere jungen Frauen suggeriert: dünn = schön. Frauen und junge Mädchen gingen dabei oftmals ein hohes gesundheitliches Risiko ein, wenn sie diesem Ideal nachstrebten, oftmals verwischte die Grenze zwischen "schön schlank" und "ungesund abgemagert". Hierüber Aufklärung zu betreiben ist ein Anliegen des vorliegenden Buches. Es stellt den Schlankheitswahn der heutigen Zeit dar und zeigt auf, welche Faktoren Einfluss auf Frauen nehmen, die zum Hungern oder Erbrechen führen. Die Autorin beleuchtet die Essstörungen Anorexia und Bulimia nervosa. Besonders gefährlich ist solch ein extremer Körperkult und übertriebener Schlankheitswahn für Sportlerinnen und Sportler. Daher wird ein Teil des Buches auch speziell der Anorexia athletica (Sportanorexie) gewidmet, einer Störung des Essverhaltens bei Sportlern durch bewusste Verringerung des Körpergewichts bis an die Grenze des Untergewichts oder darüber hinaus. Besonders verbreitet ist die Anorexia athletica in den sogenannten ästhetischen Sportarten, aber auch Athleten in Sportarten mit einer sportartspezifischen Notwendigkeit einer Gewichtsreduzierung (Gewichtsklassen) oder in einigen Ausdauersportarten (Langstreckenlauf) sind besonders gefährdet. Hier tragen die Trainer - aber auch die Medien und die Öffentlichkeit - eine große Verantwortung. Geschützt werden können Sportler beispielsweise durch individuelle Ernährungspläne, die absichern, dass niemals ein BMI von mindestens 18 unterschritten wird. Die 3 Kernfragen des Buches lauten zusammengefasst: 1. In welche Richtung hat sich das Idealbild der Frau in den letzten Jahrzehnten gewandelt und inwieweit hat der Körperkult an Bedeutung gewonnen? 2. Welche Einflüsse ergeben sich einerseits aus derartigen Entwicklungen für eine Häufung der Essstörungen Anorexie und Bulimie und welche weiteren Faktoren tragen andererseits zu einer steigenden Zahl an Erkrankungen bei? 3. Inwieweit besteht ein Zusammenhang zwischen Essstörungen und Sport und inwiefern unterscheidet sich eine Anorexia athletica von einer Anorexia nervosa? Auch auf "Diäten als Einstiegsdroge" wird im Sinne von Aufklärung eingegangen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Diplomica Verlag GmbH 2013
Seiten:124
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel