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Weltstandsanalyse im Spitzen-Fußball - Analyse und Simulation von fußballspezifischen Gruppentaktiken mit Hilfe adaptiver neuronaler Netze

Die entwickelten Neuronalen Netze ermöglichen es, Spielszenen aus einem Spiel oder aus verschiedenen Spielen miteinander zu vergleichen, um herauszufinden, welche Konstellationen auf dem Platz zu welchen Resultaten führen. Ziel ist es, dass das Selektieren einzelner Spielsequenzen aus Fußballspielen nicht mehr manuell durchgeführt werden muss (konventionelle Analyse), sondern von neuronalen Netze übernommen und so automatisiert werden kann. Damit wird es möglich, dass auch sehr umfangreiche Datenmengen im Zeitrahmen von Minuten nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten klassifiziert werden können. Das auf neuronalen Netzen basierende Analyse-System kann so in Sekunden unüberschaubar vielen Spielsituationen nach Erfolg und Misserfolg ordnen - und zum Beispiel herausfinden, ob ein 4-2-3-1-System gegen eine Mannschaft in einem 4-4-2-System unter bestimmten Voraussetzungen überlegen ist. Weiter ließe sich, durch den Einsatz von Simulation, die Beantwortung der Frage unterstützen, welche Veränderungen in Angriff und Abwehr, ob personell oder im System, zu welchen Veränderungen der Erfolgswahrscheinlichkeit bestimmter Spielzüge führen würden. Schließlich hilft der netzbasierte Ansatz nicht nur, Standard-Spielsequenzen zu analysieren, sondern ist insbesondere auch in der Lage, seltene und überraschende Sequenzen zu erkennen und bezüglich ihres Erfolges und ihrer Adäquatheit im situativen Kontextr zu bewerten. So werden oft außergewöhnliche Aktionen oder seltene Typen von Torerfolgen als Zufall abgetan, die bei genauerer Analyse als nicht-zufällige, sondern spontane kreative Prozesse erkannt werden könnten. Dabei werden neuronale Netze Experten natürlich niemals ersetzen können. Sie bieten aber die Möglichkeit, mit hoher Geschwindigkeit und damit online in einer interaktiven Kommunikation dem Trainer gezielt Daten und Informationen zu präsentieren, die dieser dann mit seiner Expertise interpretieren und einordnen kann. Auf diese Weise können schnell und komfortabel Ergebnisse bereitgestellt werden, die zur Vorbereitung auf gegnerische Mannschaften hilfreich sind, wie etwa, welche Spielsysteme eher als andere geeignet sind, gegen eine bestimmte Mannschaft mit einer bestimmten Taktik und Aufstellung erfolgreich zu spielen.
© Copyright 2010 Sportinformatik gestern, heute morgen. Festschrift zu Ehren von Prof. Jürgen Perl. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Trainingswissenschaft Spielsportarten
Tagging:neuronale Netze
Veröffentlicht in:Sportinformatik gestern, heute morgen. Festschrift zu Ehren von Prof. Jürgen Perl
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Feldhaus, Ed. Czwalina 2010
Schriftenreihe:Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 198
Seiten:113-122
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch