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Olympische Sommerspiele 2008: Zur Entwicklung der nationalen Spitzensportkonzepte der USA, Chinas, Russlands, Großbritanniens und Australiens

Die vorliegende Analyse unterstreicht dabei nachdrücklich, dass Leistungssport-Investitionen in den Top-Ländern mit sehr anspruchsvollen sportlichen Leistungszielen verbunden werden. Vertreter des amerikanischen USOC erklärten schon Jahre vor Peking, dass alles andere als der Gewinn der Länderwertung für ihr Land als Niederlange zu betrachten sei. Der russische NOK-Präsident gab unmittelbar nach den olympischen Tagen von Peking das Ziel aus, in vier Jahren in London um den Spitzenplatz in der Medaillenwertung kämpfen zu wollen, da durch den Staat und die private Wirtschaft alle dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen seien. Die Kanadier machen kein Hehl daraus, dass sie eine gleiche Zielstellung für ihr Team mit den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver verbinden. Das britische NOK überlegt nach dem erfolgreichsten Abschneiden eines Olympiateams von der Insel seit mehr als 100 Jahren seine Zielstellung für die Londoner Olympischen Spiele 2012 nach oben zu korrigieren, den 3. Platz ins Visier zu nehmen und das Team Russlands hinter sich zu lassen. Und dass China mit 40-45 Goldmedaillen rechnete, um in diesem Jahr die Länderwertung zu gewinnen, war seit Jahren ein offenes Geheimnis. Im "Golden Plan" Japans wird das Ziel in der Verdopplung der gewonnenen Goldmedaillen gesehen. Diese hohen Ziele, oder wie es beim USOC hieß "stretch goals", werden als wichtig erachtet, um sich wirklich "zu strecken", um wirklich innovative Entwicklungskonzepte zu entwickeln und wirklich alle Ressourcen dafür zu aktivieren. Es hat sich gezeigt, dass die Länder in einem Olympiazyklus die größten Fortschritte erzielen können, die die für richtig und notwendig erachteten Veränderungen am konsequentesten umsetzen. Die Tatsache, dass es oftmals die Ausrichter Olympischer Sommerund Winterspiele sind, ist dabei nicht erstaunlich, verbinden sie mit der Ausrichtung einzigartige Möglichkeiten der Entwicklung der leistungssportlichen Infra- und Organisationsstruktur. Gleichzeitig erkennen Politik, Wirtschaft und Sport natürlich in der Ausrichtung Olympischer Spiele unter den Bedingungen des Heimvorteils vielfältige nach innen und außen gerichtete Wirkungen für ihr Land.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Leitung und Organisation Sportgeschichte und Sportpolitik
Tagging:Länderanalyse
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Leipzig IAT 2008
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/sponet/OS_2008_gesamt.pdf
Seiten:248
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch