Erfassung von Genexpressionsänderungen in Blutzellen - Eine Möglichkeit zur Aufdeckung von Manipulationen?

Die gegenwärtige Dopinganalytik ist primär auf das Screening und die Identifikation von xenobiotischen Wirkstoffen ausgerichtet. Bei allen Erfolgen, die in diesem Sektor erarbeitet werden, bleibt das Problem, dass das Analysenrepertoire für human-identische Stoffe und insbesondere für Proteohormone limitiert ist und somit die Kontrolle unterlaufen werden kann. Nicht im Screening-Programm aufgenommene unbekannte Stoffe bzw. "designerdrugs" entgehen den Verfahren. Neben der direkten Messung eines Wirkstoffes besteht prinzipiell die Möglichkeit anhand der indirekten Wirkungen dessen Applikation zu erkennen. Einzelne funktionale histologische oder physiologische Parameter erlauben jedoch kaum Rückschlüsse mit hoher Aussagekraft. Durch die neuen Möglichkeiten der Transkriptomics, Proteomics und Metabolomics besteht die Option ein wesentlich größeres Bündel an Parametern zu erfassen. In einer zielorientierten Forschungsinitiative sollte es möglich sein, den diagnostischen Wert indirekter Parameter zu prüfen. Die Zusammenstellung eines plausiblen Bündels funktioneller Faktoren mit großer Beweiskraft für verbotene Medikamenteneinsätze kann somit eruiert werden.
© Copyright 2009 Verbotene Methode - Erhöhung des Sauerstofftransfers. Doping-Kleinkonferenz 2007. Veröffentlicht von Leipziger Verlagsanstalt. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Verbotene Methode - Erhöhung des Sauerstofftransfers. Doping-Kleinkonferenz 2007
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Leipzig Leipziger Verlagsanstalt 2009
Schriftenreihe:Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 2008, 03
Seiten:135-141
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch